Nachwuchsreporter der PZ : Den Geschichten Farbe geben

Leonardo Levatti ist einer von zwölf Jung-Journalisten, die für die brasilianische Ausgabe der Paralympics Zeitung in Rio im September berichten. Der 22-Jährige Brasilianer hat bereits Erfahrung als Radio- und TV-Journalist.

Hannah Hofer
Leonardo Levatti, 22 Jahre, ist bereits als Journalist in Brasililen tätig. Er ist bei den Paralympics Teil des deutsch-brasilianischen Nachwuchsreporter-Teams in Rio.
Leonardo Levatti, 22 Jahre, ist bereits als Journalist in Brasililen tätig. Er ist bei den Paralympics Teil des...Foto: Thilo Rückeis

Im Olympiastadion in Rio de Janeiro tönen Trommeln und Trompeten, die Melodie ist rhythmisch, brasilianisch. Das deutsch-brasilianische Team der Paralympics Zeitung stellt sich für ein Gemeinschaftsfoto auf. Doch einer der zwanzig Nachwuchsreporter tanzt aus der ausgeklügelten Aufstellung. Während er sich im Takt bewegt beteuert er: „Ich kann nicht Samba tanzen!“ Wer ihn aber beobachtet, ist vom Gegenteil überzeugt. Sein Gesicht ist von kleinen, schwarzen Locken bedeckt, seine dunkelbraunen Augen leuchten. Leonardo Costa Souya, oder Leonardo Levatti - wie er sich selbst nennt -, ist Brasilianer. Sein Künstlername kreierte er durch den zweiten Nachnamen seines Vaters. „Costa Souya ist so ein üblicher Name hier in Brasilien. Ich wollte einzigartig sein.“ Als Journalist heißt er deshalb Levatti und wird im September auch mit seinen Deutschkenntnissen als Mitglied des Teams der brasilianischen Nachwuchsjournalisten beim „Journal Paralimpico“ mitarbeiten, das als Beilage in der auflagenreichsten Zeitung Rio de Janeiros, „O Globo“, erscheint.

Der Medienpartner „O Globo“ ist dem 22-Jährigen allerdings nicht neu. Seit eineinhalb Jahren arbeitet er für „O Globo TV“, der Fernsehabteilung des Konzerns in São Paulo. Dort ist er an der Produktion der Fernsehsendung „Bem Esta“ (Gesundheit) beteiligt und ist begeistert von der gesellschaftlichen Bedeutung des Formats. „Einmal entdeckte eine Frau ihren Hautkrebs aufgrund unserer Sendung!“

Er sieht sich in seiner Rolle als Journalist vor allem als Mittler. „Man muss seiner Geschichte Farbe geben, einen Geruch, Geschmack.“ Und das gelingt dem jungen Absolventen der Universität Cásper Líbero von

São Paulo. Die Fähigkeit lernte er zum größten Teil während seiner Zeit als Radiosprecher. „Es ist angsteinflößend, wenn plötzlich das rote Licht an geht und man „on air“ ist. Man muss spontan eine spannende Geschichte erzählen und die Menschen begeistern.“ Im September wird er zwar nicht spontan, dafür aber umso intensiver Berichterstatten. Die Zeitung ist für ihn ein neues Format, die für ihn eine aufregende Herausforderung sei. Besonders freut er sich darauf spannende Geschichten zu erzählen, ganz wie es das Motto des Social Media Teams der DGUV zusammenfasst. „Schreib Geschichte!“

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