Nachwuchsreporterin der PZ : Verliebt in den Fußball und den Journalismus

Die 21-jährige Brasilianerin Thaís möchte unbedingt Sportjournalistin werden - und schwärmt für einen deutschen Fußballer. Nun ist sie Teil des deutsch-brasilianischen Teams der Paralympics Zeitung.  

Tillmann Bauer
Passionate Arsenal-Supporter from Brazil: Thaís Contarin Silveira.
Passionate Arsenal-Supporter from Brazil: Thaís Contarin Silveira.Foto: Thilo Rückeis

Thaís liebt Fußball. Logisch, möchte man meinen: sie ist ja Brasilianerin. Sie verfolgt nahezu jedes Spiel. Soweit, so normal. Doch eine Sache ist besonders: Ihre Lieblingsspieler sind nicht etwa Superstar Neymar, Dante oder David Luiz - nein, Thaís schwärmt für einen Deutschen: für Phillip Lahm. „Er ist so flexibel einsetzbar, er ist einfach der Beste“, sagt sie.

Flexibel sein, das muss auch die 21-Jährige während ihrer Tätigkeit als Reporterin für die Paralympics Zeitung. Lange hat sie davon geträumt, nun wird ihr großer Wunsch wahr: Als Sportjournalistin auf der Suche nach interessanten Geschichten durch die Stadien der Welt zu ziehen. „Seit klein auf lese ich alles, das mir in die Hände kommt“, erklärt die Journalismus-Studentin, „das Schreiben kam dann auch nach und nach hinzu.“ Sie lebt in Uberaba, in der Nähe von São Paulo. In Rio de Janeiro ist Thaís für den Workshop zum ersten Mal. „Das ist weit, weit weg“, sagt sie - dreieinhalb Stunden dauerte ihr Flug an die Copacabana.

Dennoch, Thaís ist keine unerfahrene Reporterin. Ein Jahr arbeitete sie bereits als journalistisch für die brasilianische TV-Produktionsfirma „Bandeirantes“ - im Januar schließt sie ihr Studium ab. Mit Sport - ihrer eigentlichen

Liebe - hatte dies aber nur wenig zu tun. „Mehr Politik“, erklärt sie. Deshalb freut sich sich nun umso mehr, endlich über Sport berichten zu dürfen. „Ich kann mir nichts anderes vorstellen, als später Journalistin zu sein“, sagt sie. Sie hat einen klaren Plan im Kopf: „Ich möchte den Menschen Fakten liefern, sie informieren - das macht mir großen Spaß.“

Diese Chance bekommt sie jetzt bei der Paralympics Zeitung. Auf das Projekt aufmerksam ist sie über Facebook geworden. „Ich habe die Anzeige gesehen und mir gedacht: ‚Das ist genau mein Ding‘.“ Also hat sie sich beworben, wurde ausgewählt und bereitet sich nun zusammen mit ihren deutschen Kollegen auf die paralympischen Spiele im September vor. Und wer weiß, vielleicht berichtet sie irgendwann auch über ihren Lieblingsspieler Phillip Lahm.

 

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