Paralympics Jury 2016 : Eine Ikone des Behindertensports kommt nach Rio

Sie ist das wohl bekannteste Gesicht des Behindertensports: Die mehrfache Paralympics-Siegerin im Schwimmen und Bambi-Preisträgerin Kirsten Bruhn.

Nico Feisst
Kirsten Bruhn, Schwimmerin und mehrfache Paralympics-Siegerin und Kuratoriumsmitglied des Deutschen Behindertensportverbandes.
Kirsten Bruhn, Schwimmerin und mehrfache Paralympics-Siegerin und Kuratoriumsmitglied des Deutschen Behindertensportverbandes.Foto: picture alliance / dpa

2004 bei den Paralympics in Athen erschien die Paralympics Zeitung des Tagesspiegels zum ersten Mal. Gleichzeitig feierte eine Schwimmerin Kirsten Bruhn Premiere bei den Spielen, die den Behindertensport nachhaltig geprägt hat: Kirsten Bruhn.

Nachdem sie 2002 nach einem Motorradunfall wieder mit dem Leistungsschwimmen angefangen hatte, ging alles schnell: Über ihre Paradestrecke 100 Meter Brust holte sie sich auf Anhieb die Goldmedaille, wie auch 2008 in Peking. Vier Jahre später in London wiederholte die damals 42-Jährige ihren Triumph auf gleicher Strecke – als erste Athletin überhaupt gelang ihr der Hattrick.

Schwimm-Legende Franziska van Almsick schreibt im Geleitwort zu Bruhns kürzlich erschienenem Buch „Mein Leben und wie ich es zurückgewann“: „Um diese Leistung in Worte zu kleiden und entsprechend zu würdigen, fehlen mir die Superlative.“

In London beendete Bruhn die paralympische Karriere und wurde im gleichen Jahr noch mit dem Bambi ausgezeichnet. Und weil Schwimmen ihr noch immer Spaß bereitete, gewann sie auch bei den Europameisterschaften 2014 in Eindhoven noch mal Gold – von den etlichen Deutschen Meistertiteln ganz zu schweigen.

Auf dem Weg nach London wird sie durch die Dokumentation „GOLD – Du kannst mehr als du denkst“ zum Kino-Star, das Schwimmbad in ihrer Geburtsstadt Eutin ist mittlerweile nach ihr benannt. In ihrem Job in der Pressestelle im Unfallkrankenhaus in Berlin hält sie als Botschafterin für Reha und Sport Motivationsvorträge, zudem hat sie den Kuratoriumssitz des Deutschen Behindertensportverbands.

Das Projekt „Paralympics Zeitung“ kennt sie von Beginn. Kein Wunder, dass sie auch in der Jury sitzt. Sogar in ihrer Biografie widmet sie dem Projekt des Tagesspiegels und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung eine halbe Seite und schreibt: „Genauso wie auf diese jungen Perspektiven freue ich mich, die Paralympics für die ARD als Expertin zu begleiten, aus Brasilien Bericht zu erstatten und Einschätzungen zu den Sportlern und ihren Wettkämpfen abzugeben.“

Vom 7. bis 18. September 2016 werden nämlich nicht nur die Jungreporter in Rio sein – sondern auch Jury-Mitglied Kirsten Bruhn, um die deutschen Fernsehzuschauer zu informieren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar