Redakteure Paralympics Zeitung 2016 : Zurück zu den Wurzeln

Mit brasilianischem Temperament: Für Isabella Wimmer sind die Paralympics in Rio sowohl Heimspiel als auch echte Herausforderung. Ein Porträt.

Lisa Kuner, David Hock
Isabella Wimmer ist Redakteurin der Paralympics Zeitung 2016 in Rio de Janeiro.
Isabella Wimmer ist Redakteurin der Paralympics Zeitung 2016 in Rio de Janeiro.Foto: Thilo Rückeis

Schallendes Lachen und eine laute Stimme tönen über den Gang. Unschwer lässt sich hier schon von weitem brasilianisches Temperament erkennen. Isabella Wimmer ist eine hübsche Halbbrasilianerin mit dunklen Haaren und bezauberndem Lächeln. Mit ihren 20 Jahren eine der ältesten im Team für die diesjährige Paralympics Zeitung und ist fast ein bisschen so etwas wie die Gruppenmama. Neben ihrer brasilianischen Identität fühlt sich Isabella vor allem als echte Berlinerin, denn sie ist in der Hauptstadt geboren und aufgewachsen. Seit Oktober 2015 studiert sie an der Freien Universität Berlin Publizistik, Kommunikation- und Filmwissenschaft.

Nach dem Abitur wollte sie aber erst mal raus aus Deutschland und hat ein Jahr lang in São Paulo einen Freiwilligendienst in einem Hilfsprojekt geleistet, um ihre Wurzeln kennenzulernen. Ein Jahr lang verbrachte sie dort in einer Favela; immer konfrontiert mit Brasiliens Gegensätzen: Samba und Karneval auf der einen Seite und Armut und Korruption auf der anderen. Deshalb war auch ihre erste Motivation sich bei dem Projekt zu bewerben die Aussicht ihre Heimat nochmal besuchen zu können. „Super schnell habe ich aber auch gemerkt, wie faszinierend und wahnsinnig interessant Behindertensport ist“, erzählt die Studentin.


Isabella spricht natürlich fließend portugiesisch und die Paralympics in Rio de Janeiro werden quasi ein Heimspiel für sie. Trotzdem glaubt sie, dass das Projekt eine Herausforderung darstellt. „Ich hoffe wir schaffen es als Gruppe auch unter Druck gut zusammen zu halten und zu arbeiten“, meint Isabella. „Aber ich glaube wir sind eine gutes Team und ergänzen uns gegenseitig“. Weil in Brasilien Menschen mit Behinderung oft noch sehr am Rande der Gesellschaft stehen, findet sie die Arbeit bei dem Paralympics Zeitungs-Projekt besonders wichtig und hofft sowohl hier in Deutschland als auch in Brasilien dafür sensibilisieren zu können. Mit so viel brasilianischer Leidenschaft und ihrer Liebe zum Land und auch zum Essen gelingt es ihr sicher auch alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen.