Berliner AfD-Chef : Georg Pazderski nutzt die Angst der anderen

Er selbst hatte nie Angst. Aber die Bürger fühlen eine Bedrohung, sagt der Berliner AfD-Chef Georg Pazderski. Das nimmt der frühere Bundeswehr-Oberst ernst - mit Erfolg. Unser Blendle-Tipp.

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Im Berliner Abgeordnetenhaus steht Georg Pazderski nun der 24-köpfigen AfD-Fraktion vor.
Im Berliner Abgeordnetenhaus steht Georg Pazderski nun der 24-köpfigen AfD-Fraktion vor.Foto: AFP/Steffi Loos

Die eine Hand steckt in der Hosentasche seiner Jeans, mit der anderen gestikuliert er. „Sehen Sie, da drüben, der FKK-Bereich?“, fragt Georg Pazderski und deutet auf ein leeres Stück Sandstrand am Müggelsee. „Da hatten sie im Sommer natürlich Angst, dass es Probleme gibt mit den Flüchtlingen aus dem Heim hier in der Nähe.“

Der Chef der Berliner AfD spaziert am leeren Ufer entlang, die Sonne glitzert auf dem Wasser, die Bäume tragen schon gelbe Blätter. Pazderski wohnt um die Ecke. Für den Spaziergang hat er Anzug, Hemd und goldene Manschettenknöpfe gegen Jeans, Rollkragenpullover und Fleecejacke getauscht. Beim Gehen bleibt Pazderski, wenn ihm etwas besonders wichtig ist, immer wieder stehen. Jetzt sagt er: „Die Menschen fürchten sich vor Diebstählen, wenn da Flüchtlinge in der Nähe wohnen. Vor Wohnungseinbrüchen – und eben vor Übergriffen.“

Auch wenn Georg Pazderski, Oberst a. D., erst seit vier Jahren in der Stadt lebt, hat er eine sehr genaue Vorstellung von den Ängsten der Berliner. Das muss er auch, wenn stimmt, dass es die Furcht ist, die seiner rechtspopulistischen Partei die Wähler zutreibt. Furcht vor dem sozialen Abstieg. Vor dem Fremden. Davor, dass die Dinge in Deutschland sich verändern könnten. Pazderski, der die Berliner AfD als Spitzenkandidat in den Wahlkampf führte und deren Fraktionsvorsitzender er nun ist, spricht gern darüber, wovor man sich in Berlin fürchten sollte. Es gebe da eine ganze Menge.

Für den Erfolg braucht er die Angst der anderen...

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus hat seine Partei vor einer Woche aus dem Stand 14,2 Prozent geholt. Ausgerechnet in Berlin, einer traditionell linken Stadt, die demnächst von einer rot-rot-grünen Koalition regiert werden soll. Die AfD-Fraktion wird 24 Abgeordnete stark sein. Muss man jetzt Angst haben vor dem Mann, der sie führt?

Wer Georg Pazderski reden hört, im Fernsehen oder anderswo, kann auf die Idee kommen, dass man sich in Berlin eigentlich nicht mehr auf die Straße trauen sollte. Auch in die Idylle des herbstlichen Müggelsees hinein erzählt Pazderski von arabischen Großfamilien, die Schutzgeld erpressen und Frauen zur Prostitution zwingen. Von zu vielen Drogentoten. Von afrikanischen Dealern. Von gefährlichen Orten, wie dem Görlitzer Park, dem Alexanderplatz und dem Kottbusser Tor. „Das sind Bereiche, wo der Berliner nicht mehr hingeht“, sagt Pazderski.

Er selbst war auch schon einmal dort, hat sich umgeschaut. Angst? Am Kottbusser Tor? „Nein“, sagt Pazderski. „Man geht sehr aufmerksam da entlang, man rechnet damit, dass etwas passieren könnte. Aber Angst habe ich da nicht.“ So wie es im Grunde nichts gibt, wovor Georg Pazderski sich fürchtet. Das sagt er zumindest.

Für den Erfolg braucht er nur die Angst der anderen...

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