Betrugsskandal von VW : Der Totalschaden des Martin Winterkorn

Eben erst hatte Martin Winterkorn seinen ärgsten Machtkampf gewonnen. Nun könnte der Betrugsskandal in den USA seine Karriere beenden. Der VW-Chef muss die Frage beantworten, ob er von den Abgastricks wusste – oder selbst belogen wurde. Lesen Sie hier einen Auszug und den vollständigen Beitrag im digitalen Kiosk Blendle.

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Martin Winterkorn auf der IAA.
Martin Winterkorn auf der IAA.Foto: dpa

Eine typische Handbewegung: Martin Winterkorn streicht mit den Fingern an der Autotür entlang, fährt mit der Hand über das lackierte Blech und ertastet das Spaltmaß, den Abstand zwischen Tür und Karosserie. So sieht man den Volkswagen-Chef auf der Internationalen Automobilausstellung in der vergangenen Woche bei seinem traditionellen Rundgang durch die IAA-Hallen. Legendär ist sein Wutausbruch vor Jahren, als er in einem südkoreanischen Hyundai sitzt und feststellt: „Da scheppert nix!“ Eine Ohrfeige für die anwesenden VW-Mitarbeiter. Der promovierte Metallkundler Winterkorn kennt das Qualitätsmaß der Autobauer. Je kleiner die Spaltmaße, desto besser die Verarbeitung. Bei VW sind sie besonders schmal. Und niemand im Wolfsburger Autokonzern achtet penibler darauf, dass die Qualität stimmt.

Winterkorn, den sie im Unternehmen „Wiko“ nennen, kenne jede Schraube. Seine Detailversessenheit ist gefürchtet und hat schon etliche VW-Ingenieure in Schwierigkeiten gebracht. Seit acht Jahren ist Winterkorn Vorstandsvorsitzender des größten Autoherstellers der Welt, und im Konzern sagen sie über Wiko, er habe Benzin im Blut. Seit dem vergangenen Wochenende hat Winterkorn ein Problem mit Millionen Diesel- VW. Ein sehr großes Problem.

An diesem Mittwoch muss Winterkorn dem Präsidium des VW-Aufsichtsrates erklären, was er vom Abgasbetrug in den USA wusste. Seit 2009 soll der deutsche Autohersteller die US-Umweltbehörde mit einer manipulierten, illegalen Software getäuscht haben. Diese Software registriert, wenn sich nur zwei Räder eines Wagens drehen – dies ist das Signal, dass sich das Auto gerade auf dem Prüfstand befindet. Dann wird eine Flüssigkeit in den Motor gespritzt, die Schadstoffe auflöst. Im normalen Verkehr wird auf solche Flüssigkeiten verzichtet, um dem Kunden die Kosten und die Mühe des Nachfüllens zu ersparen.

Schon 2014 wurden erste Vorwürfe bekannt. Billigte Winterkorn die Manipulationen auf dem US-Markt, wo VW seinen Wettbewerbern hinterherfährt? Steuerte Winterkorn die Entwicklung gar? Oder wurde er, wie die Behörden, von den eigenen Ingenieuren getäuscht?

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