Chancengleichheit : Tut was, Mädels!

Hand auf’s Herz, nie waren die Chancen für Frauen auf Erfolg so gut wie heute. Trotzdem dominieren die Netzwerke der Boygroups in Politik und Wirtschaft. Unser Blendle-Tipp

von
Macht ist heute oft auch weiblich. Fotos: AFP (5), dpa (2), imago
Macht ist heute oft auch weiblich.Fotos: AFP (5), dpa (2), imago

Volkswagen: null. Deutsche Bank: null. Das Gleiche bei Commerzbank, Deutsche Bahn, RWE, Arbeitsagentur, Gewerkschaftsbund und den Industrieverbänden. Wo immer man hinsieht, regieren Männer. Ohne Unterbrechung in der Geschichte dieser Republik. Stellvertreterinnen, ja, die gibt es in den Vorstandsetagen der Wirtschaft – neuerdings. Für’s Personal verantwortlich oder wahlweise Nachhaltigkeit. Weiche soziale Themen. Ganz oben aber, wo die Macht wirklich sitzt: Fehlanzeige. 30 Jahre ist es her, dass Rita Süßmuth eine eigenständige Frauenpolitik in die deutschen Regierungsgeschäfte eingeführt hat – das Frauenministerium. 30 Jahre durch Gedöns- und Quotenkampf. Und was ist das Ergebnis? Hand auf’s Herz, Mädels: Nie stand das Tor zum Himmel so weit offen wie heute. Natürlich ist nicht alles gut, bleibt auch für die nächsten Jahre viel zu tun. Aber seien wir ehrlich: Die Hälfte dieses Himmels ist in Sicht.

Gerade hat das britische Establishment den ganzen Kontinent ins Chaos gestürzt. Hybris eines Premiers, befeuert vom Rausch gnadenlos überschätzter Politpyromanen, die jetzt kleinlaut das rauchende Schlachtfeld verlassen. Europa hält den Atem an, die Briten demonstrieren gegen ihr eigenes Volksvotum.

War dies das Werk männlicher Rücksichts- und Verantwortungslosigkeit, der Anfang vom Ende eines weltumspannenden Macho-Clans, der wahlweise in martialischen Posen (Putin) oder verbaler Kraftmeierei (Erdogan) seine Dominanz dokumentiert? Der Schluss liegt so nah. Sehnsucht nach Zurückhaltung, Verantwortungsbewusstsein und leisen Tönen – weiblicheren eben.

Kaum war das Ergebnis des Referendums in der Öffentlichkeit, da tauchten in der Bildmitte auch schon die Schottin Nicola Sturgeon und in London Theresa May auf. Selbstbewusste Frauen, überlegte Worte. Und natürlich mahnt Angela Merkel in Berlin zu Besonnenheit. Garstig die Dummheit der Briten beantworten? Auge um Auge also? Mit ihr nicht.

Indiz weltrettender Weiblichkeit? Wohl kaum. Es ist gerade der Weg dieser Kanzlerin, von Kohls Mädchen bis hin zur mächtigsten ...

Den vollständigen Text lesen Sie hier, für 45 Cent im digitalen Kiosk Blendle

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben