Der Fall Vural Öger : Warum stürzte der Reiseunternehmer ab?

Er war Model, Reiseunternehmer, EU-Abgeordneter, Fernsehjuror. Die Karriere von Vural Öger galt als Musterbeispiel für gelungene Integration. Nach der Insolvenz seiner Firmen beschäftigt er nun die Gerichte. Unser Blendle-Tipp.

von , und Christoph Schlautmann
Dressman. 1960 kam Öger aus Istanbul nach Berlin. Er sollte studieren, stattdessen modelte er.
Dressman. 1960 kam Öger aus Istanbul nach Berlin. Er sollte studieren, stattdessen modelte er.Foto: Agentur Schneider Press/W.Breiteneicher

Krawatte, Einstecktuch, steifer Dreireiher. In der Fernseh-Show „Die Höhle der Löwen“ gab Vural Öger – wie auch sonst im Leben – stets den Seriösen. Gemeinsam mit dem hippen New-Economy-Investor Frank Thelen, dem kauzigen Abenteuer-Verkäufer Jochen Schweizer und wechselnden Jungunternehmerinnen hatte der Deutschtürke in der Vox-Serie die Aufgabe übernommen, als Juror skurrile Geschäftsmodelle meist junger Gründer zu taxieren. Und bei Interesse eine Kaufofferte abzugeben.

Seine Welt war diese Sendung aber häufig nicht. Die Mimik des 74-jährigen Reiseveranstalters rief Mitleid hervor, sobald er sich Krabbenbrote, Tütensuppen oder scharfe Soßen als Produktproben in den Mund schieben musste. Mürrisch und nur ungeduldig ertrug Öger, wenn Firmenvertreter „nachhaltige Kondome“ auf der Bühne ausrollten oder wenn ein angeblicher Erfinder „selbstdesinfizierender Türklinken“ eingestand, ein solches Produkt gebe es noch gar nicht. Als ein Möchtegernproduzent von Zahnpasta verlangte, man möge ihm für vier Prozent der Firma eine Million Euro bezahlen, polterte Öger los: „Man muss gewisse Realitäten auch sehen und akzeptieren.“

Er soll sein Vermögen verschleiert haben

Ein Rat, den er nun selbst beherzigen muss. Nach der Insolvenz seiner Firmen beschäftigt sein Fall die Gerichte. Er soll Vermögen verschleiert haben. Außerdem kratzten in den vergangenen Monaten immer wieder Klagen, Öger habe die in der Fernsehshow zugesagten Investments nicht eingelöst, an seinem Image als solider Geschäftsmann. Größer könnte der Absturz des einstigen Vorzeigeunternehmers, der nach seinem Austritt aus der CDU wegen deren restriktiven Haltung zur Zuwanderung, zwischen 2004 und 2009 für die SPD im Europaparlament saß und 2001 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekam, kaum sein. Wie konnte es so weit kommen?

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