Mark Zuckerberg spendet 45 Milliarden : Was den Facebook-Gründer antreibt

Ausgerechnet Mark Zuckerberg. Seit Jahren ist er die Projektionsfläche für alles Schlechte im Netz. Nun ist der Facebook-Gründer Vater geworden und will fast sein ganzes Vermögen spenden. Ein Psychogramm. Lesen Sie hier einen Auszug und den vollständigen Text im digitalen Kiosk Blendle

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Offline Community. Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla zeigen der Welt ihre Tochter Max. Natürlich auf Facebook.
Offline Community. Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla zeigen der Welt ihre Tochter Max. Natürlich auf Facebook.Foto: dpa

Musiker, die gerade erst Kinder bekommen haben, sollten keine Songs schreiben. Es kommt nur sentimentaler Quark dabei heraus. Das Problem daran ist, dass es von den Betroffenen für große Kunst gehalten wird. Im postnatalen Glücksdelirium geht der Blick fürs Wesentliche verloren. Es ist eine wunderbare Zeit. Man sollte sie nicht mit der Welt teilen.

Mark Zuckerberg ist kein Musiker. Und einen Song hat er auch nicht geschrieben. Aber fast. Der Brief des Facebook-Gründers und seiner Frau Priscilla an die neu geborene Tochter Max ist ein ausschweifendes, fünfseitiges Liebesbekenntnis. Dem Baby wird darin eröffnet, dass seine Eltern gedenken, 99 Prozent ihrer Facebook-Anteile in eine Familienstiftung fließen zu lassen. Das sind nach derzeitigem Börsenstand 45 Milliarden Dollar. Zum Wohle der Menschheit. „We want you to grow up in a world better than ours today.“ Ein Erbe verschleudern in dem Augenblick, da es überhaupt zu einem Erbe wird, ist eine große Geste. Gemein für das Mädchen, dem nun gleich noch ein zweites Baby seiner Eltern in die Wiege gelegt wird. „Wir verstehen“, schreibt das Paar, „dass du viele Fragen haben wirst, warum und wie wir das bewerkstelligen wollen.“

Technisch läuft es wohl so ab: Mit Rücksicht auf die Börsen wird Zuckerberg seinen Aktienanteil sukzessive auf die Stiftung übertragen. Vielleicht eine Milliarde pro Jahr. Vielleicht mehr oder weniger. So wächst die Familienstiftung in die Rolle eines nichtsterblichen Trägers für das Unternehmen hinein. Das ist ein durchaus üblicher Vorgang, um Erben vor in diesem Fall astronomischen Erbschaftsteuern und der Notwendigkeit zu bewahren, Teile des Unternehmens verkaufen zu müssen. Max hat also etwas davon. Klar, soll sie.

Die Botschaft an die Welt und an die 1,44 Milliarden Facebook-Nutzer ist allerdings eine andere: „Wir haben eine moralische Verantwortung für alle Kinder der nächsten Generation“, sagt Zuckerberg, was ein ziemlich überspannter Satz ist so kurz nach der Geburt, als dürfe die Liebe zum eigenen Kind nicht einfach für sich bestehen. Nein, es muss gleich noch jedes andere Kind mitgemeint sein.

Zuckerbergs Ankündigung machte sofort auf den von ihm kontrollierten Kanälen die Runde. „Förderverein Kita Pfiffikus und The White House haben einen Link geteilt“ – das ist in etwa die Spannbreite des Interesses an der philanthropischen Tat. Was sagt sie anderes als: Mein Reichtum bedeutet mir nichts. Das gefällt.

Allerdings ist verschenken dafür der falsche Begriff ...

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