Menschenhandel in Kambodscha : Verschleppt und versklavt

Die Kambodschanerin Naly Khean wurde wie 250.000 ihrer Landsleute in Thailand zur Sklavin. Ihr "Wert": 300 Euro. Unser Blendle-Tipp.

Tobias Dammers
Rückkehrerin. Naly Khean ist ihren Besitzern in Thailand entkommen, schaffte es zurück in ihr Heimatdorf in Kambodscha. Aus Angst will sie nicht erkannt werden.
Naly Khean ist ihren Besitzern in Thailand entkommen, schaffte es zurück in ihr Heimatdorf. Aus Angst will sie nicht erkannt...Foto: Tobias Dammers

Ein Pritschenwagen der thailändischen Polizei kämpft sich nach Osten, zur Grenze, auf der Ladefläche ist eine Käfigkonstruktion montiert. Der Käfig erinnert an einen Vogelbauer, nur, dass er viel größer ist und sich Menschen darin befinden. Menschen wie Naly Khean. Naly Khean, 26 Jahre alt, Mutter von drei Kindern. Vor ihrem Käfigtransport einen Monat lang in einem thailändischen Gefängnis gewesen. Davor wiederum von einer Menschenhändlerin an einen Bangkoker Nachtklub verkauft worden. Frau Khean erinnert sich noch gut, sie weiß seitdem: Sie ist maximal 300 Euro wert.

Die Eingesperrten sind auf dem Weg nach Hause, nach Kambodscha. Auf dem Weg zur Zwischenstation Poipet, zum großen Nadelöhr an der Grenze, in ein provisorisches Auffanglager, zu mehreren Dutzend knallblauer Plastikstühle auf dem Betonboden einer ehemaligen Markthalle, eingezäunt von Maschendraht. Schmuddelige Leuchtstoffröhren spenden fahles Licht.

„Ich hatte keine Ahnung“

Im vergangenen Jahr waren es mehr als 50.000 Rückkehrer, die hier angekommen sind. Jeder fünfte davon soll nach Angaben der Hilfsorganisation Samaritan’s Purse, die die Arbeit in der Auffangstation organisiert, „Opfer von Ausbeutung oder Menschenhandel oder beidem“ geworden sein. 10.000 also, aus dem insgesamt 250.000 Menschen zählenden Heer der Kambodschaner, die als versklavt gelten. Das sind 1,6 Prozent der Bevölkerung, höhere Quoten weisen nur die Diktaturen Usbekistans und Nordkoreas auf. Naly Khean sagt: „Ich hatte keine Ahnung.“

Die Leute von der Hilfsorganisation befragen die Angekommenen. Mit i-Pads arbeiten sie sich durch die Reihen. Wo kommst du her? Wo willst du hin? Was ist drüben in Thailand passiert? Wie bist du dorthin gekommen? Hast du dort dein Gehalt erhalten? Datenakquise. Aufklärungsarbeit. Erste Hilfe.

Den Rest des Heimweges schlagen ...

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