Österreichs Außenminister Sebastian Kurz : Wie Seehofer, nur etwas gefährlicher

Als er mit 24 Staatssekretär wurde, hielten das viele für einen schlechten Witz. Heute ist Sebastian Kurz Außenminister Österreichs – sehr zum Ärger von Angela Merkel. Unser Blendle-Tipp.

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Der peinliche Wahlkampfauftritt 2011 mit „Geil-o-mobil“ und dem Slogan „Schwarz macht geil“ ist bis heute im Netz zu finden.
Der peinliche Wahlkampfauftritt 2011 mit „Geil-o-mobil“ und dem Slogan „Schwarz macht geil“ ist bis heute im Netz zu finden.Foto: JVP Wien

Er ist alt geworden, der jüngste Minister Europas. Sebastian Kurz, Slim-fit-Anzug, die Haare straff nach hinten gegelt, den obersten Hemdknopf wie üblich offen, ist 29 Jahre alt. Und wie er da durch den Raum eilt in seinem Ministerium, zwei Flaschen Cola auf den Tisch stellt, die Hand ausstreckt und sich als „Sebastian“ vorstellt, kann man ihn leicht unterschätzen. Dabei ist er, der österreichische Außenminister, in der EU längst zu einem der wichtigsten Impulsgeber gereift und im eigenen Land zu jenem Politiker, der die unbequemen Fragen stellt. Geschäftsmäßig zuppelt er sein Hemd zurecht. Die Augenbrauen skeptisch zusammengezogen sagt er: „Was ist der Vorschlag? Wenn eine Million kommt, ist das immer noch okay? Gibt es keine Grenzen der Überforderung?“

Es geht um die Flüchtlingskrise, wie so oft. Österreich ist tief gespalten in dieser Frage. Die Hälfte aller Bürger wünschte sich bei der jüngsten Wahl einen Bundespräsidenten der rechtspopulistischen FPÖ, die andere den Kandidaten der Grünen. Am Ende gaben wenige tausend Stimmen den Ausschlag für den gemäßigten Alexander Van der Bellen. In Österreich, wo eben diese Wahl gerade juristisch angefochten wird, ist wenig klar seitdem, nur eines: Mit Flüchtlingspolitik lassen sich Wahlen gewinnen oder verlieren. Und Sebastian Kurz, auch das steht fest, wäre gern auf der Gewinnerseite. In zwei Jahren möchte er als Kanzlerkandidat der ÖVP antreten. Und im Moment zweifelt niemand daran, dass ihm das gelingen wird. Selbst wenn das heißt, dass er auf dem Weg dahin den Groll der mächtigsten Frau Europas auf sich zieht: Angela Merkel.

Sebastian Kurz ist in der Österreichischen Volkspartei, ÖVP, und insofern ein Christsozialer – wie Horst Seehofer, nur etwas gefährlicher. Merkel weiß das spätestens, seit Kurz im Februar im Alleingang ...

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