Streit in Potsdam : Hotel Mercure: Kann das weg?

Das Hotel Mercure ist zum Symbol geworden in einem Kampf, der Potsdam für immer verändern könnte. Unser Blendle-Tipp.

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Viele Potsdamer haben das Gefühl, ihnen kommt die eigene Stadt abhanden.
Viele Potsdamer haben das Gefühl, ihnen kommt die eigene Stadt abhanden.Ralf Hirschberger/ZB

Die Bienen oben auf dem Dach des Hotels Mercure wissen wohl nichts vom Streit um ihren Wohnort. Behaust in grünen Kästen, haben sie einen Aktionsraum von einem Kilometer in jede Richtung, sagt Hoteldirektor Marco Wesolowski. Die drei Völker gehören zum unkompliziertesten Teil von Wesolowskis Zuständigkeit. Der schlanke, junge Mann führt den Hotelbetrieb in einem Haus, das zum Symbol eines Streits um die Potsdamer Stadtentwicklung geworden ist, mitsamt der Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren, das die Politik erschüttern könnte.

Der Konflikt um das Mercure hat Marco Wesolowski zu einem Diplomaten in eigener, verfahrener Sache gemacht. Er ist nicht bloß Vertreter der Interessen eines Betriebes mit 60 Mitarbeitern, zwei davon seit 1967 im Haus, er ist der Verteidiger eines Politikums. Die Diskussion um das Mercure hat fast so viele Ebenen wie das Hotel Etagen. Es ist Teil eines Restbestandes von DDR-Bauten in einer Stadt, die ihr barockes Erbe zurückgewinnen will. Mit seiner Rasterfassade und der Inneneinrichtung aus dunklem Holz ist das Gebäude voller Erinnerungen für Menschen, die in Potsdam zu DDR-Zeiten groß geworden sind, ihre Jugendweihe hier feierten oder durch die Nächte tanzten in der legendären Panoramabar im 17. Stock. Und es ist, ohne dass Hoteldirektor Wesolowski etwas daran ändern könnte, Spekulationsobjekt eines internationalen Immobilienkonzerns.

Unten, etwa hundert Meter vom Hotel entfernt, steht André Tomczak mit einem Stapel Zettel, der die Potsdamer Politik ordentlich durcheinanderbringen soll. Tomczak, die Architektin Frauke Röth und der Architekt Steffen Progner wollen ein Moratorium für die Stadtmitte, die sich in rasantem Tempo zu ihrer historischen Gestalt zurückentwickelt. Tomczak und Freunde (inzwischen gehören etwa fünfzehn Mitstreiter zu der Initiative) sammeln Unterschriften für ein Bürgerbegehren.

„Potsdamer Mitte neu denken“, steht oben auf den Listen. Aber viele, erzählt André Tomczak, kämen und fragten, ob sie hier „für das Hotel“ unterschreiben könnten. Dabei geht es längst nicht mehr nur um das Mercure...

Den ganzen Text können Sie hier für 45 Cent auf Blendle lesen.

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