Terrormiliz IS : Von der Schule in den Dschihad

Sie interessierte sich für den Islam. Da kauften die Eltern ihr einen Koran. Linda W. war nur ein sächsisches Mädchen – das jetzt als IS-Terroristin aus Mossul zurückkehren könnte. Unser Blendle-Tipp

von und Jana Ulbrich, Tobias Wolf
Konsequenz einer Verwandlung. Am vorvergangenen Donnerstag wurden fünf Dschihadistinnen aus Deutschland in Mossul festgenommen. Eine davon soll Linda W. aus Sachsen sein.
Konsequenz einer Verwandlung. Am vorvergangenen Donnerstag wurden fünf Dschihadistinnen aus Deutschland in Mossul festgenommen....Fotoquelle: Facebook

Das Mädchen hat in diesem Moment die Lider geschlossen, ein Blinzeln vielleicht, vielleicht die Erschöpfung, vielleicht Resignation. Es ist blass, der Oberkörper nach vorn gebeugt. Zu sehen ist auch, dass dem Mädchen zwei dunkle Linien über die Wangen laufen, womöglich hat es gerade geweint, Tränen, die sich mit Wüstenstaub und Trümmerdreck mischten. Menschen, die einen Gewaltmarsch hinter sich haben, sehen so aus. Offenbar aber auch solche, die ein Jahr lang dem Islamischen Staat angehört haben, ihm zu Diensten gewesen sind und gerade festgenommen werden.

Das Bild kreist seit dem vergangenen Wochenende in den sozialen Netzwerken des Internets. Es ist aufgenommen worden im irakischen Mossul, es zeigt die 16 Jahre alte Linda W. aus Sachsen inmitten von Männern, die sie abzuführen scheinen. Linda W. aus Pulsnitz, einem 7500-Einwohner-Ort nordöstlich von Dresden, auf halbem Weg nach Bautzen gelegen. Er begrüßt die Besucher seiner Internetseite mit den Worten: „Herzlich willkommen in der Pfefferkuchenstadt“.

Das ist sie doch?

Ein Bild von einem Mädchen also. So grobkörnig und unscharf wie alles, was über die vergangenen zwölf Monate im Leben von Linda W. in Erfahrung zu bringen ist – und dennoch eindeutig genug. Es zeigt das Ende, eine vorläufig letzte Konsequenz einer Verwandlung, wie sie sich bisher hunderte Male in Deutschland zugetragen hat.

Von den 930 Salafisten, die seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs aus Deutschland dorthin oder in den Irak zogen – und damit meist zum IS –, seien etwa 200 Frauen, heißt es in Sicherheitskreisen. Mehr als 20 der Dschihadistinnen aus Deutschland seien minderjährig.

Das Bild, das Mädchen, sie sind Stadtgespräch in Pulsnitz. Zur Bäckerei Götz, nahe dem Marktplatz, kommt in den frühen Stunden dieses Tages keiner, der es nicht schon weiß. Mit jedem Brötchen und jedem Stück Pflaumenkuchen, die Susann Götz über die Ladentheke reicht, wird das Thema lebhafter diskutiert.

Das ist sie doch auf dem Foto, das sie im Fernsehen und in der Zeitung gesehen haben, sagen die Leute und hoffen auf ...

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