Kein Strom? : Wie schütze ich mich vor dem Blackout?

Stromausfälle sind selten, kommen aber vor. Der erste Schritt bei Pannen: Schalten Sie alle Geräte aus!

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Im Notfall mit der Taschenlampe: Umweltminister Peter Altmaier zeigt, wie es geht.
Im Notfall mit der Taschenlampe: Umweltminister Peter Altmaier zeigt, wie es geht.Foto: dpa/pa

450 000 Haushalte waren ohne Strom, als morgens um sieben der Strom ausfiel. Ausgefallene Ampeln, stecken gebliebene Lifte und gestrandete S-Bahnen richteten im November 2012 ein Chaos in München an. Schuld war ein Kurzschluss an einer Überlandleitung, stellten die Ingenieure der Stadtwerke München später fest. Der Schaden ging in die Millionen. Auch in Kiel schlug ein Kurzschluss zu. Im Juli 2013 legte ein Stromausfall Zehntausende Haushalte lahm. Sind das Einzelfälle oder kann man sich als Kunde auf die Stromversorgung nicht verlassen?

Tatsächlich sind echte Blackouts, also längere Stromausfälle in Deutschland selten. Durchschnittlich 16 Minuten im Jahr müssen deutsche Kunden auf Strom verzichten, verglichen mit anderen Ländern, in denen der Strom oft stundenlang ausfällt, ist das Problem hierzulande also nicht so groß. Vor allem im Sommer bleibt man in aller Regel von Blackouts verschont. "Das ist ein Winterthema für die kalten Tage", heißt es bei der Bundesnetzagentur. So wie im Jahr 2005, als im Münsterland viele Strommasten nach einem Schneesturm unter der Last umknickten und einige Gemeinden noch vier Tage danach ohne Strom da standen. Und doch steigt die abstrakte Gefahr, dass sich derartige Ereignisse wiederholen. So prognostizieren Meteorologen eine Häufung von Wetterextremen wie Schneestürme und Hitzewellen. Darunter leiden Kraftwerke, die Wasser zur Kühlung brauchen. Windräder schalten bei Orkanen in Leerlauf und gehen vom Netz, Solarparks produzieren unter Schnee kaum Strom. Im Jahresschnitt wird heute schon rund ein Viertel des benötigten Stroms regenerativ erzeugt. Doch die Stromproduktion schwankt extrem stark, teils innerhalb einer Viertelstunde, was die Betreiber von Stromübertragungsnetzen zunehmend in die Bredouille bringt, die Netzfrequenz stabil um die 50 Hertz zu halten.

"Die Erneuerbaren fließen nicht so gleichmäßig", heißt es auch bei der Bundesnetzagentur. Zudem muss der Strom aus regenerativen Energiequellen oft weite Wege zurücklegen. "Die Windräder stehen im Norden, der Strom wird aber vor allem in den Industriezentren im Süden gebraucht", sagt Yvonne Grösch von der Bundesnetzagentur. Das erhöht die Gefahr von Störungen.

Was tun bei Stromausfall?

Sollte der Strom tatsächlich ausfallen, sollte man zunächst alle Haushaltsgeräte ausschalten. Prüfen Sie dann, ob nur ein bestimmtes Gerät defekt ist oder ob im ganzen Haushalt kein Strom mehr vorhanden ist. Falls letzteres der Fall ist, checken Sie Sicherungen und FI-Schutzschalter. Ist aber nicht nur Ihre Wohnung dunkel, sondern die gesamte Straße, können Sie von einem Stromausfall im Versorgungsgebiet ausgehen. Zuständig ist hier der Netzbetreiber.

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