Strom erzeugen : Kann ich meine Solaranlage selbst montieren?

Nicht unbedingt was für Hobby-Heimwerker. Wer sich eine Fotovoltaikanlage anschaffen will, darf sie sich allein aufs Dach schrauben. Aber spätestens für den Anschluss müssen Fachleute eingeschaltet werden. Doch wie findet man den richtigen Handwerker?

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Die Arbeit auf dem Dach sollte man den Profis überlassen.
Die Arbeit auf dem Dach sollte man den Profis überlassen.Foto: dpa

Eine Solaranlage auf dem Hausdach ist so konstruiert, dass sie mindestens 20 bis 30 Jahre ohne Umbauten störungsfrei Strom produzieren kann. Im Prinzip. Bei Anschaffungskosten von 8000 bis weit über 15 000 Euro für ein Ein-Familienhaus, könnte mancher Solarstromproduzent geneigt sein, sich das Geld für eine Installation zu sparen und selber tätig zu werden. Davon raten Handwerksbetriebe natürlich ab, da sie selbst die Aufträge haben wollen.

Aber auch die Hersteller und Verkäufer der Anlagen empfehlen eine fachmännische Installation. In manchen Fällen könnte sogar der Garantieanspruch verfallen. Und da viele Solarmodulhersteller 25 Jahre Garantie auf ihre Produkte versprechen, sollte man diese Empfehlung ernst nehmen. Allerdings besteht zumindest für die Installation der Module keine Pflicht zur Installation durch Dritte. Nur der Anschluss an die Hauselektrik und das Stromnetz muss von registrierten Elektroinstallateuren vorgenommen werden.

Hersteller und Handwerksbetriebe arbeiten seit Jahren eng zusammen, was es für den Privatkunden nicht wirklich leichter gemacht hat, den Überblick zu behalten. So gibt es viele auf PV-Anlagen spezialisierte Handwerker, die nur die Produkte weniger Hersteller installieren und auch nur diese empfehlen. Die sind bei der Beratung also nicht neutral. Dafür kann man davon ausgehen, dass sie mit den Anlagen und deren Installation besonders gut vertraut sind. Andere Betriebe übernehmen quasi jeden Auftrag, beraten neutraler, verkaufen einem dann aber womöglich eine exotische Kombination aus Solarmodul, Haltersystem und Wechselrichter.

Um für mehr Übersichtlichkeit und Transparenz zu sorgen, sollen Anlagen künftig mit einem so genannten Anlagenpass ausgeliefert werden. Darauf haben sich der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW-Solar) als Verband der Hersteller und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) verständigt.

Dabei handelt es sich um ein mehrseitiges Formular, das angibt, welche Informationen und Dokumente bei der Übergabe einer PV-Anlage vorliegen und welche Richtlinien in der Planung und Installation der Anlage beachtet werden sollten. Weiter enthält der Pass die Vorlage für ein Protokoll der Abnahmemessung. Dieses Papier belegt, dass die Anlage bei der Übergabe ordentlich funktioniert. Der Handwerker füllt den Pass aus, in dem er die aufgelisteten Punkte abhakt, die Protokolle ausfüllt und die genannten Dokumente beilegt.

Worauf man bei Handwerkerauswahl achten sollte

Wird die Anlage irgendwann, zum Beispiel mit dem Haus, verkauft, dient der Pass dem Neueigentümer zu Orientierung. Anlagenverkäufer und Handwerksbetriebe sind nicht verpflichtet, einen solchen Pass auszustellen, doch es zu tun, gilt als ein Qualitätsmerkmal. Der Pass ersetzt auch keine Garantie. Doch manche Versicherer von Solaranlagen gewähren Rabatte auf die Policen, wenn ein Pass ausgestellt wird.

Als Orientierung für die Qualität der Anlage und der Installateure empfiehlt die von Herstellern unabhängige Agentur für Erneuerbare Energien das RAL-Gütezeichen für „Solarenergieanlagen“. Die Gesellschaft zertifiziert auch Hersteller und Installateure von Biogas- und Geothermieanlagen.

Bei der Auswahl sollte man die allgemeinen gültigen Qualitätskriterien ansetzen: Meisterbetrieb, transparente Kostenvoranschläge und dergleichen.

Zunächst wird der Fachbetrieb das Dach inspizieren und errechnen, wie groß die Anlage maximal sein kann. Sind Erkerfenster oder Schornsteine im Weg, reduziert sich die bebaubare Fläche natürlich. Der Preis für die Installation richtet sich meist nach der Stromleistung der PV-Anlage (in Kilowatt peak). Der Fachverband tut sich aber schwer damit, eine Durchschnittspreis für die Handwerksdienstleistungen zu nennen. Von daher gilt: Mindestens zwei Angebote einholen.

Wer über einen generellen Wechsel des Stromanbieter nachdenkt und langfristig Geld sparen möchte, der kann über den nachfolgenden Stromrechner einen Vergleich anstellen.

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