Shopping in Berlin : Diese Stadt hat alles im Sortiment

Flohmarkttrash und Luxuslabels, Topdesign und Trends aus dem Pop-up-Store. Es gibt so viel zu entdecken...

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Mall of Berlin Foto: dpa/ Paul Zinken
Einkaufszentrum Mall of Berlin mit über 300 Geschäften.Foto: dpa/ Paul Zinken

So vielschichtig wie Berlin selbst ist auch die Shoppinglandschaft. Zwischen dem glanzvollen KaDeWe am Wittenbergplatz und dem anarchischen Rebel Store in Kreuzberg, zwischen dem rosaroten Bunker Alexa, einem mit allen nur denkbaren Standardmarken gefüllten Einkaufszentrum, und den zahllosen individuellen kleinen Boutiquen in Mitte, Charlottenburg, Prenzlauer Berg gibt es Angebote für fast jeden Wunsch. Da sind zum einen die Flagship-Stores der großen internationalen Marken, da ist der Glamour von Louis Vuitton oder Porsche Design. Nicht nur am Ku'damm trägt Berlin wie selbstverständlich Luxus - cool und entspannt. Den genau richtigen, großen Koffer, den man in Berlin lässt, um immer wiederzukommen, findet man vielleicht eher auf einem der großen Flohmärkte, am Mauerpark zum Beispiel oder an der Straße des 17. Juni. Und nicht selten liegt der Billigramschladen nur wenige Meter vom Nobeljuwelier entfernt.

Berliner sind Meister darin, ausgefallene Stücke mit Produkten etablierter Marken zu kombinieren. Der Berliner Stil ist vor allem fantasievoll und nie langweilig. Der Designvielfalt, der Individualität und kreativen Extravanganz sind keine Grenzen gesetzt, und es gibt kaum etwas Ausgefallenes, das im Berliner Kunsthandwerk nicht seine Kunden findet. Auswärtige Besucher staunen immer wieder darüber, wie viele individuelle kleine Geschäfte es in dieser Stadt gibt.

Da entfaltet sich ein fantasievoller Reichtum, der auch für Trendscouts aus aller Welt interessant ist. Concept-Stores präsentieren den typischen Berliner Lifestyle. Pop-up-Stores, zum Beispiel im neu gestalteten Bikini-Haus, wecken ungeahntes Begehren nach bisher nie gesehenen Objekten. Und in der mehr als 250 Jahre alten Porzellanmanufaktur KPM lassen sich Tische nach großer preußischer Tradition decken. Wer sich auf Berlin einlässt, muss damit rechnen, dass sein Geschmack anspruchsvoller wird - und sehr individualistisch.

Elisabeth Binder ist Tagesspiegel-Redakteurin, Society-Expertin und schreibt regelmäßig Restaurantkritiken.

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Shopping-Quartiere

Alexanderplatz

Den Alexanderplatz umweht immer noch ein Hauch von Geschichte. Fast alle Zeiten sind hier noch zu sehen: vom Berolinahaus von Peter Behrens aus den wilden zwanziger Jahren über das Haus des Lehrers mit seinem Mosaik aus den sozialistischen Sechzigern bis hin zur Weltzeituhr, die immer noch ein beliebter Treffpunkt ist. Es wurde viel neu und umgebaut in den letzten Jahren. Dass der große Kaufhof mal ein Konsum-Warenhaus war, ist kaum noch zu erahnen. So richtig edel ist der Platz bei all der Mischung nicht geraten. Stattdessen Discounter für Mode, Kosmetik und Elektrogeräte. Das passt zu den Menschenmassen, die hier am Bahnhof umsteigen und ankommen, um sich nahe Attraktionen wie den Berliner Fernsehturm oder das Rote Rathaus anzuschauen.

Mitte

Friedrichstraße

Die Friedrichstraße wird durchschnitten vom Boulevard Unter den Linden. Am oberen Ende liegt der Bahnhof Friedrichstraße und drum herum gibt es allerhand Läden des täglichen Bedarfs. Dazu kann man getrost auch das Kulturkaufhaus Dussmann zählen, längst eine Institution. Hier bekommt man Stoff zum Hören, Lesen und Anschauen. Daran schließen sich die üblichen Bekleidungsketten an, mit etwas edleren Angeboten zum Quartier 206 hin. Nach der Wende als östliches Pendant zur Luxusmeile Kurfürstendamm gedacht, ist die Friedrichstraße nie wirklich zu einem Schwergewicht in Sachen Shopping geworden. Ein Bummel lohnt sich aber schon wegen des französischen Kaufhauses Galeries Lafayette.

Mitte

Hackescher Markt

Der Hackesche Markt und mit ihm vor allem die Hackeschen Höfe wurden schon kurz nach der Wende wieder herausgeputzt - mit glänzenden Jugendstilkacheln und goldenen Schriftzügen. Von hier aus konnte man sich vorstellen, was aus den bröckelnden Fassaden einmal werden könnte. Ein richtiges Shoppingzentrum ist hier entstanden. Nicht nur viele deutsche und internationale Marken wie Ben Sherman, Drykorn, Closed, Vans, Marimekko und APC haben sich rund um die Neue Schönhauser Straße niedergelassen. In den Seitenstraßen gibt es auch kleinere Boutiquen und Designerläden.

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