Badmöbel : Die neue Gotthard-Linie

Der Schweizer Bad-Hersteller Laufen arbeitet mit dem Mailänder Designunternehmen Kartell zusammen. Herauskommt eine perfekte Synergie, bei der Präzision und innovative Formensprache zusammenfinden.

Claudia Schmid
Harmonie der Gegensätze - "Kartell by Laufen" setzt auf Kontraste der Materialien.
Harmonie der Gegensätze - "Kartell by Laufen" setzt auf Kontraste der Materialien.Foto: promo

Wenn in vier Jahren mit dem 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel der längste Tunnel der Welt eröffnet wird, rücken die Schweiz und Italien noch näher zusammen: Von Zürich nach Mailand wird es mit dem Zug weniger als drei Stunden dauern. Die Zusammenarbeit zwischen dem Mailänder Unternehmen Kartell, berühmt für seine Kunststoffmöbel, und dem Schweizer Badhersteller Laufen, ist sozusagen eine Vorwegnahme dieses Zusammenrückens. Auf der einen Seite des Gotthards ist da ein Familienunternehmen, das seit über 60 Jahren mit bunten, ausgefallenen Möbeln zu den Klassikern des italienischen Designs zählt. Und das mit ikonischen Entwürfen, etwa dem Containermöbel „Componibili“, Designgeschichte geschrieben hat.

Auf der anderen Seite existiert ein Unternehmen, das sich der Badezimmerkultur verschrieben hat. Seit 1892 wird in der ehemaligen Ziegel- und Kachelfabrik in Laufen bei Basel der älteste plastische Werkstoff der Menschheit verwandelt, um Badezimmer auszustatten. Die traditionsreiche Marke ist wie Kartell bekannt für ihr Fertigungs-Knowhow und Innovation.

In diesem Herbst bringen die Firmen mit „Kartell by Laufen“ ein neues Badezimmerkonzept auf den Markt. „Unsere ähnlichen DNA-Profile haben eine Kollektion ermöglicht, welche die Essenz des emotionalen italienischen Designs mit der traditionellen schweizerischen Präzision zum Ausdruck bringt“, sagte Claudio Luti, Präsident von Kartell, bei der ersten Präsentation der Kollektion während der Mailänder Möbelmesse im April. Alberto Magrans, Senior Managing Director bei Laufen, sprach von einer „Seelenverwandtschaft“.

Die Bade- und Duschwannen, WCs, Regale, Schränke, Armaturen oder Waschtische sowie Accessoires bestehen aus dem für Kartell typischen, transparenten Kunststoff sowie aus Saphirkeramik. Das chemische Material Saphirkeramik, welches die Firmen in den vergangenen zwei Jahren zusammen entwickelt haben, besteht unter anderem aus dem Mineral Korund. Es ist hart wie Stahl. Dazu außerordentlich bruchsicher, kratzsicher und stoßfest und bietet neue Gestaltungsmöglichkeiten: So lassen sich aus Saphirkeramik ultradünne, definierte Kanten mit Radien von ein bis zwei Milimetern herstellen. Der Mix aus durchsichtigem Plastik und der dünnen Keramik bringt im Ergebnis eine klare, frische Formensprache hervor.

Eleganz, Emotion, Nachhaltigkeit

Seit Jahren arbeitet Laufen mit italienischen Designern zusammen. So hat Stefano Giovannoni vor zehn Jahren für die Schweizer Firma das Bad „Bagnoalessi One“ entwickelt. Die mit dem IF Designaward mehrfach ausgezeichnete „Palomba-Collection“stammt vom Paar Ludovica und Roberto Palomba, das auf die Gestaltung von Bädern spezialisiert ist. In den vergangenen 15 Jahren hat das Duo über 20 Linien entworfen und dabei einigen Herstellern zum Aufstieg als Designmarke verholfen.

Bei „Kartell by Laufen“ waren die Mailänder quasi die Schnittstelle zwischen den beiden Firmen und für die Formensprache der Kollektion verantwortlich. Sie wurde unter dem Credo „Eleganz, Emotion, Nachhaltigkeit“ umgesetzt, wie Roberto Palomba erzählt. „Zudem war es uns wichtig, dass beim Entwerfen mit diesem langlebigen Material nicht alles wie aus einem Guss daherkommt. Das finden wir im Design genauso langweilig, wie in der Mode“. So zählen zur variabel kombinierbaren Kollektion runde, aber auch konische und eckige Formen; die Kunststoffmöbel sind orangefarben oder blau, alles lässt sich nach Lust und Laune kombinieren – und nicht unbedingt nur im Badezimmer.

Gerade die Accessoires aus durchsichtigem Kunststoff, zu denen unter anderem ein Schemel oder ein Spiegel gehören, passen auch in andere Wohnräume. Das Regal, das sich auch als Raumteiler benutzen lässt, wäre auch ein ideales Bücher- oder Schuhregal. So wie in den letzten Jahren das Bad – bis vor wenigen Jahren als eine kleine Zelle und „vorgefertigtes Versatzstück“ behandelt –, immer mehr zum Wohnraum wird, wird die Badausstattung multifunktionaler und entfernt sich von der Idee der Kompletteinrichtung. „Kartell by Laufen“ ist das beste Beispiel dafür.

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