Ganz ohne Kabelgewirr : Schnüre im Versteck

Natürlich möchten wir zu Hause die beste und innovativste Technik haben. Leider beschert sie hässliches Kabelgewirr. Wie kann man das bloß verhindern?

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Die "Cable Sock" von Arco versteckt Kabel galant am Tischbein.
Die "Cable Sock" von Arco versteckt Kabel galant am Tischbein.Foto: Arco

Smartphone, Kamera und Computer gehören heute in fast jeden Haushalt. Schade nur, dass sie in regelmäßigen Abständen an die Steckdose müssen. Auf dem Schreibtisch kann leicht ein unästhetischer Wirrwarr an Kabeln entstehen, wenn alle Geräte gleichzeitig Strom brauchen.

Das Designstudio Bluelounge mit Hauptsitz in Singapur hat es sich zur Aufgabe gemacht, hässliche Stecker und Schnüre in ihre Schranken zu weisen. Creative Director Dominic Symons und sein Team entwickelten zum Beispiel die „Cable Box“. Das schlichte Kunststoff-Kästchen gibt es in verschiedenen Farben und Größen. In ihm verschwinden Verteilersteckdosen und Kabel. Die Schnüre verlassen den Kasten gebündelt und geordnet durch eine einzige Öffnung. Auf diese Weise werden sie nicht zu Staubfängern, und der Blick unter den Schreibtisch wird erträglich.

Wer auch auf dem Tisch schnell genervt ist von zu vielen Leitungen, dem sei das „Cable Yoyo“ von Bluelounge empfohlen. In einem kleinen Kästchen werden Kopfhörer oder Ladekabel aufgerollt. Es eignet sich auch für unterwegs, zum Beispiel für die Kopfhörer des iPods. Die „Cable Clip“ ist eine kleine Schelle, in der man das Kabel am Schreibtisch festklicken kann. So muss man nicht lange unter dem Tisch rumkrabbeln, bis man das passende Ladekabel für PC oder Handy zur Hand hat.

Elegante Lösungen gegen den Kabelsalat
Laliv Shalev hat für Monkey Business „Wire Blooms“ entworfen - pfiffige Kabelschellen mit grünen Blättern und einem roten Vögelchen.Alle Bilder anzeigen
1 von 6Foto: Monkey Business
19.11.2013 15:01Laliv Shalev hat für Monkey Business „Wire Blooms“ entworfen - pfiffige Kabelschellen mit grünen Blättern und einem roten...

Die niederländische Firma Arco stellt schöne Tische her, die man ganz vielseitig verwenden kann, zum Essen, für Besprechungen oder zum Arbeiten. In diesem Jahr machte Designer Jonathan Prestwich den Anfang für eine neue Zubehörserie: Er erfand die „Cable Sock“. Die eng anliegende Socke streift man über das Tischbein. Sie hält alle Kabel an Ort und Stelle und geleitet sie zum Boden in Richtung Steckdose. Diese „Lowtech-Lösung für Hightech-Geräte“ wird durch das „Cable Net“ ergänzt. Es hält Adapter, Kabel und Steckdosen unter dem Tisch zusammen.

Die israelische Produktdesignerin Laliv Shalev geht ganz anders an die Kabel-Problematik heran. Sie machte aus der Not eine Tugend, als sie „Wire Blooms“ für die Firma Monkey Business erfand. Dabei handelt es sich um Kabelschellen mit grünen Blättern und einem roten Vögelchen. Mit ihnen können unansehnliche Leitungen an der Wand befestigt und so inszeniert werden.

Fernbedienung immer griffbereit

Steckdosen macht das Berliner Label Onkto Katuh zu wahren Kunstwerken. Statt sie zu verstecken, werden die Dosen in Beton gegossen. Das Modell „Tetriplug“ gibt es in sieben verschiedenen Formen, die an Bausteine im Computerspiel „Tetris“ erinnern. „Tetriplugs sind für all die, die von Steckdosenleisten nicht mehr für Kinder gehalten werden wollen, für Architekten, für Mathematiker, für Minimalisten, für Gameboys, für Pharaonen und für die, die schon mal von fallenden Tetrissteinen geträumt haben“, schreiben die Designer Christian Pade und Vanessa Ciszewski auf ihrer Internetseite. Wem Beton zu massiv ist, der kann seine technischen Geräte auch über einen Holzwürfel namens „Plug3 Wood“ mit dem Stromnetz verbinden.

Als schlichtes Beistelltischchen ist das Möbel „Cockpit“ von Spectral getarnt. Dabei handelt es sich um eine Dockingstation für iPod, iPhone oder iPad mini. Die Geräte werden einfach eingesteckt und über das Dock unter der Glasplatte aufgeladen. Die Kabel verschwinden im Metallfuß. Der Tisch ist für den German Design Award 2014 nominiert.

Ein weiteres Problem, dem sich Technikfans gegenüber sehen, ist die wachsende Zahl an Fernbedienungen. Stereoanlage, Fernseher, DVD-Player und Receiver – alle haben einen eigenen Schalter. Damit sie nicht den Sofatisch verunstalten, bietet unter anderem Ikea eine Tasche an, die – galant über die Sofalehne geschwungen – einen Ort für die Fernbedienungen schafft.

Der niederländische Hersteller Leolux hat mit seiner Neuheit „Maita“ von Hugo de Ruiter einen Couchtisch geschaffen, der eine Aufbewahrungslösung für Fernbedienungen und Zeitschriften bereit hält. Die Tischplatte lässt sich auseinanderziehen und bietet so nicht nur eine größere Abstellfläche, es öffnet sich auch ein Fach für Kleinigkeiten. Auf diese Weise haben Fernbedienungen einen festen Platz, und niemand muss mehr den Mord im Tatort verpassen, weil sie mal wieder unauffindbar sind.

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