Wohnen : Inselträume

Das schmale Sofa war gestern. Heute wird auf Wohninseln entspannt. Die neuen Möbel sind so breit und üppig, dass man auf ihnen nicht nur sitzen, sondern auch liegen, arbeiten, essen oder Filme gucken kann.

„Bikini Island“ entwarf
„Bikini Island“ entwarf

Achtung, diese Möbel sind wirklich nur etwas für Wohnungen mit großen Räumen. So kann man sich die modulare Sofalandschaften oder Wohninseln in Lofts oder großzügigen Altbauten vorstellen. In Neubauwohnungen hat man mit Möbeln wie der Sitzlandschaft „Bikini Island“ von Werner Aisslinger schlechte Karten. Der Berliner Produktdesigner zeigte in seiner Ausstellung „Home of the Future“ im Haus am Waldsee kürzlich, wie er sich das Haus der Zukunft vorstellt. Seine Vision für das Wohnzimmer konnte man auch auf dem Mailänder Salone del Mobile am Stand von Moroso bewundern. Aisslingers „Bikini Island“ lockert die Sitzstruktur der klassischen Sofalandschaft auf, bei der alle in eine Richtung schauen, zum Beispiel auf den Fernseher. Tablets, Laptops und Smartphones lassen heute jeden Menschen seiner individuellen Tätigkeit nachgehen. Die Sitzenden können die Polster nach ihren Bedürfnissen und der Raumsituation entsprechend gruppieren.

Sitzelemente gibt es in drei verschiedenen Höhen, von einem niedrigen Daybed bis hin zum runden, freistehenden Hocker. Flache Tische und kleine Kommoden ergänzen die Polster und bieten Platz zum Abstellen von Getränken und Stauraum für Bücher oder Computer. Zusammen ergibt das Ganze eine bunte Collage, die mit Hängepflanzen versehen fast tropisches Flair bekommt.

Freie Wahl bei der Gestaltung ihres Sitzmöbels haben die Nutzer auch bei Francesco Rotas „Cloud“ von Lema. Der Designer kann sich sein Möbel gleichermaßen in Privatwohnungen und öffentlichen Räumen wie einer Hotellobby vorstellen. Es besteht aus elf Polstereinheiten und drei verschiedenen Armlehnen, die auch als Tischchen dienen können. Sie unterscheiden sich in Höhe, Form und Größe. Die Polster können sowohl kombiniert werden als auch für sich stehen, beispielsweise als Hocker.

Vom Bett als rettender Insel geht die Kollektion „Squaring“ von Bonaldo aus. Auch das Nachtlager kann sich der Kunde nach Herzenslust selbst zusammenstellen. Es besteht nach Wunsch aus einer einfachen oder einer doppelt breiten, verstellbaren Liegefläche. Auf Wunsch wird sie durch einen Nachttisch, ein Kopfteil oder eine Bank ergänzt. Dabei ist die gesteppte Oberfläche das verbindende Stilelement des künstlichen Eilands. Selbst der Nachttisch ist bezogen, abgesehen von der Platte aus glänzendem Stahl. Offenbar ist Designer Giuseppe Viganò der Ansicht, dass das Bett nicht nur zum Schlafen da sein muss, sondern auch zum Lesen und Essen. Manche mögen darauf auch ihre Kleidung zurechtlegen. All diesen Funktionen trägt „Squaring“ Rechnung.

Für Garten und Terrassen ist die Firma Dedon Spezialist in der Erschaffung stilvoller Rückzugsorte. Zum zehnjährigen Jubiläum seines Verkaufsschlagers „Orbit“ von Richard Frinier brachte sie eine XXL-Version der runden Sofa-Insel heraus. Platz ist darin reichlich. Leicht kann man es dank seines Gleitmechanismus dem Sonnenstand folgend in die richtige Position bringen. Das ausladende Verdeck spendet Schatten. Wie alle Sitznester von Dedon ist auch „Orbit“ aus der nachhaltigen Dedon-Faser auf Basis von wiederverwerteten Lebensmittelverpackungen und Polyethylen. Sie wird durch ein geometrisches Raster aus Aluminium geflochten und sorgt so für maximale Stabilität und Beständigkeit bei jeder Wetterlage.

Auch Philippe Starck hat mit „My Word“ für Cassina ein Sofa erschaffen, dass nicht nur zum aufrechten Sitzen da ist. Es schließt auf Wunsch mit einer Aufbewahrungseinheit und einem Tischchen ab. Wie die großzügige Sofalandschaft genau aussehen soll, liegt allerdings in der Hand des Nutzers. Steht sie frei im Raum, ist ein Regal an der Rückseite denkbar. Ist Privatsphäre gewünscht, können Schirme angebracht werden. Ruhe auf der Insel ist garantiert.

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