Leuchten by Zaha Hadid : Gold mit Schwung

Fließende Konturen, kurvige Akzente: Mit "Aria Gold" kreierte die verstorbene Architektin Zaha Hadid ein Schmuckstück für die Decke.

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Hohe Decken, große Räume: „Aria Gold“ braucht Platz, um zu wirken. Der Leuchter ist aus Polykarbonat, das mit Goldstaub metallisiert wurde.
Hohe Decken, große Räume: „Aria Gold“ braucht Platz, um zu wirken. Der Leuchter ist aus Polykarbonat, das mit Goldstaub...Foto: Slamp

Bloß keine Ecken und Kanten, nur nichts Schroffes. Zaha Hadid, die in diesem Frühjahr verstorbene Stararchitektin, liebte fließende Konturen, türmte Wellen aus Beton auf und setzte kurvige Akzente. Ihr Stil: unverwechselbar. Als erste Frau überhaupt bekam die Britin mit irakischen Wurzeln 2004 den Pritzker-Preis, die höchste Auszeichnung für Architektur. Sie war weltweit gefragt.

Bei jedem ihrer Projekte, etwa beim Erlebnismuseum Phaeno in Wolfsburg (2005), der Bergiselschanze in Innsbruck (2003) oder der Oper in Guangzhou (2010) ist sie ihrem Stil treu geblieben. „Typisch Hadid“ wird auch das „One Thousand Museum“ in Miami sein, dessen Baubeginn die eigenwillige Architektin 2015 noch betreute. Das gewundene Hochhaus, in dem Apartments ab 500 000 Dollar kosten werden, soll 2018 bezugsfertig sein.

Das Kunstwerk hat in Neubauten mit niedrigen Decken nichts verloren

„Entwerfen ist ein reines Spiel“, hat die Architektin einmal gesagt. Kein Wunder also, dass auch kleinere Objekte entstanden sind, Design für den täglichen Gebrauch. Zuletzt hat sie ein wahres Schmuckstück für die Decke kreiert, den Kronleuchter „Aria Gold“.

Der Werkstoff besteht aus metallisiertem Polykarbonat, aufwendig aus 50 Schichten Aluminiumdampf gewonnen. Wie elegantes Plissee umhüllt er den Leuchtkörper, lässt ihn gleichsam im Raum schweben. Ein luftiges Kunstwerk, das in Neubauten mit niedrigen Decken nichts verloren hat. „Aria Gold“ braucht Platz, um zu wirken. Die Lampe passt in einen gediegenen Salon, mag sich vielleicht in einem Wandspiegel doppeln und wertvolle Möbel in mildes Licht hüllen.

Zaha Hadid
Architektin Zaha Hadid (1950-2016) in der Londoner Serpentine Sackler Gallery, die nach ihren Plänen renoviert wurde.Weitere Bilder anzeigen
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31.03.2016 18:44Architektin Zaha Hadid (1950-2016) in der Londoner Serpentine Sackler Gallery, die nach ihren Plänen renoviert wurde.

Sie leuchten in einem Hotel im Chianti-Gebiet der Toskana

„Aria Gold“ ist, wie das vorige Modell „Aria Transparent“ (2015) für das italienische Designunternehmen Slamp entstanden. Und das hat für Zaha Hadids Kunstwerk einen besonders schönen Showroom ausgesucht. Im Rahmen eines Installationsprojekts sind die Lampen noch bis Ende Oktober 2016 im Chianti-Gebiet der Toskana zu bewundern. Dort, im außergewöhnlichen Hotel Relais & Chateaux Borgo San Felice – hier wurde ein verlassenes Dorf zur Nobelherberge restauriert –, leuchten sie im jahrhundertealten Weinkeller.

Auch vor „Aria Gold“, ihrem letzten Coup, hat Zaha Hadid schwungvolle Gegenstände entworfen. Den Pflanzbehälter „Serralunga“ etwa, die Tischlampe „Artemide Genesy“ oder auch ein knuffiges modulares Wandsystem. Die Objekte gibt’s im Handel – und sie haben ihren Preis. Wer Hadids Kunst nur anschauen möchte, besucht ein Designmuseum. Auch „Aria Gold“, so viel ist sicher, wird bald in einem landen.

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