Thüringen : Rechtslastiger Literaturwissenschafter soll Kultusminister werden

Neue Pleite für Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus: Sein designierter Kultusminister Peter Krause gerät einen Tag nach der Kabinettsumbildung schwer in die Kritik. Er verfasste Beiträge für eine rechtsgerichtete Wochenzeitung - und will sich auch nicht von dem Blatt distanzieren.

ErfurtDer 44 Jahre alte Literaturwissenschaftler Peter Krause (CDU) habe Ende 1998 für die "Junge Freiheit" geschrieben und hat bislang davon noch keinen Abstand genommen, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider am Donnerstag. Im Gegenteil: In einem aktuellen Interview habe er die Zeitung als "anerkanntes Medium der deutschen Presselandschaft" bezeichnet. Damit sei Krause "als Minister mit Ressortverantwortung für Schüler und Lehrer nicht geeignet".

SPD-Landesgeschäftsführer Jochen Staschewski sieht den künftigen Minister in "der Grauzone der extremen Rechten". In seinen dort erschienenen Artikeln habe Krause den politischen Gegner derb beschimpft. Auch der Spitzenkandidat der Linken, Bundestagsabgeordneter Bodo Ramelow, kritisierte, dass Krause "bislang keine klare Grenze zwischen Ultra-Konservativen und Neo-Faschisten gezogen hat".

Am Mittwoch hatte rund 16 Monate vor der Landtagswahl Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) seine Mannschaft auf sechs von neun Ministerpositionen neu besetzt. Einen Wechsel gibt es außer in dem Kulturressort auch in den Ressorts Innenpolitik, Justiz, Soziales, Verkehr und in der Staatskanzlei. Anlass für die Umbildung sei der Rücktritt von Innenminister Karl Heinz Gasser (CDU) vor 14 Tagen gewesen, sagte Althaus am Mittwoch in Erfurt. Die neue Mannschaft solle neue Impulse bringen, das Vertrauen der Bürger erhalten und - wo es verloren gegangen sei - zurückgewinnen. In den vergangenen Wochen hatte der Regierungschef eine Umbildung des CDU-Kabinetts ausgeschlossen. Die neuen Minister sollen am 8. Mai vereidigt werden. (imo/dpa)