Titelrennen : Elf Trainer tippen auf die Bayern

Fast alle Trainer der Bundesliga erwarten, dass am Ende wieder die Bayern die Meisterschale in der Hand halten werden. Auf den amtierenden Meister Stuttgart setzt niemand - nicht einmal VfB-Trainer Armin Veh.

Bayern
Am Ende jubeln wieder die Bayern: Elf der 18 Bundesliga-Trainer glauben das. -Foto: ddp

DüsseldorfElf der 18 Trainer tippen vor dem Start der 45. Bundesliga-Saison auf ein Solo des FC Bayern München im Kampf um den Titel. Selbst Chefcoach Armin Veh vom deutschen Meister VfB Stuttgart hebt das mit Stars wie Franck Ribery, Luca Toni, Miroslav Klose und Zé Roberto veredelte Ensemble von der Isar auf den Favoritenschild - aber mit Einschränkung. "Die Bayern sind natürlich klarer Favorit, aber es muss nicht jeder klare Favorit die Ziele erreichen", sagte er und fügte hinzu: "Ich sehe es als Vorteil an, wenn man eine eingespielte Mannschaft hat."

Der Beinahe-Ausrutscher des Branchenriesen im DFB-Pokal bei Wacker Burghausen (4:3 im Elfmeterschießen) nährte die Hoffnung, den Goliath stürzen zu können, änderte aber nichts an dem Mehrheitsvotum. "Natürlich die Bayern. Alles andere wäre nach diesen Verstärkungen eine Riesenüberraschung", sagte Petrik Sander (Energie Cottbus). Ähnlich argumentieren nach der 70-Millionen-Euro-Einkauftour von Bayern-Manager Uli Hoeneß auch Friedhelm Funkel (Frankfurt), Rudi Bommer (MSV Duisburg), Lucien Favre (Hertha BSC), Huub Stevens (Hamburger SV), Edmund Becker (Karlsruher SC), Thomas Doll (Hamburger SV), Mirko Slomka (Schalke 04) und Felix Magath (VfL Wolfsburg).

Hitzfeld traut dem HSV viel zu

Trotz des Dämpfers beim wackeren Regionalligisten aus Burghausen ist der Glaube von Münchens Cheftrainer Ottmar Hitzfeld an den 21. Titelgewinn nicht erschüttert worden. "Bayern ist der größte Favorit", verkündete er. Dennoch hat er die in der letzten Saison besser platzierten Clubs aus Stuttgart, Gelsenkirchen und Bremen auf der Rechnung. Dazu nennt er noch drei Kandidaten, die er besonders unter Beobachtung halten will: "Leverkusen und Dortmund haben sich gut verstärkt - auch der HSV nach der Aufholjagd in der Rückrunde."

Titelverteidiger VfB Stuttgart traut dagegen keiner der 18 Trainer mit Überzeugung zu, das Meisterstück zu wiederholen. Die Schwaben werden aber von jenen genannt, die einen Mehrkampf um die silberne Schale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erwarten. "Die ersten Vier der vergangenen Saison sind erneut vorne dabei. Als Meister muss Stuttgart an erster Stelle genannt werden", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Auch Ernst Middendorp (Arminia Bielefeld) und Marcel Koller (VfL Bochum) erwarten einen Vierkampf zwischen Stuttgart, Schalke 04, Werder Bremen und den Bayern. Kollege Hans Meyer (1. FC Nürnberg) ergänzt den Favoritenkreis mit dem HSV zum Quintett.

Hecking: Mein Tipp ist Schalke

Während Frank Pagelsdorf (Hansa Rostock) noch zwischen Bayern und Werder schwankt, haben sich zwei Kollegen klar auf Tipps jenseits der Münchner festgelegt. "Mein Tipp ist Schalke 04. Sie haben eine gute Mannschaft und wollen zeigen, dass Geld nicht alles ist", argumentiert Dieter Hecking (Hannover 96), "die Bayern müssen sich erst finden." Michael Skibbe (Bayer 04 Leverkusen) setzte auf die Bremer. "Ich bleibe dabei. Allerdings war ich etwas mehr vor dem Wechsel von Klose zu den Bayern davon überzeugt", meinte er. Dass sein Werksclub, der ordentlich investiert hat, ganz oben mitmischen könnte, glaubt Skibbe nicht wirklich: "Wir wollen in den Uefa-Cup. Natürlich träumt man aber immer auch von etwas mehr." (mit dpa)