"Todesgruppe C" : Weltmeister Italien gerade noch gerettet

Nur ein Sieg gegen Frankreich in der kommenden Woche kann Weltmeister Italien jetzt noch in die nächste Runde retten. Nach der Niederlage gegen die Niederländer am Montag konnte die "Squadra Azzurra" im Spiel gegen Rumänien lediglich einen mageren Punkt holen.

Bernhard Krieger,Andreas Schirmer[dpa]
Ausgleichstreffer Italien
Der Ausgleichstreffer Italiens. -Foto: dpa

Der weiter sieglose Weltmeister Italien steht vor dem K.o. bei der Fußball-EM und muss ausgerechnet in der Neuauflage des WM-Endspiels gegen Frankreich seine letzte Chance ums Überleben in der "Todesgruppe C" nutzen. Die "Squadra Azzurra" kam am Freitag nicht über ein 1:1 (0:0) gegen Favoritenschreck Rumänien hinaus, das auch schon dem Vizeweltmeister ein Remis abgetrotzt hatte. Vier Tage nach der 0:3-Schmach gegen die Niederlande zeigte die auf fünf Positionen veränderte Italien-Elf zwar eine deutlich verbesserte Leistung. Das Unentschieden rettete zuletzt aber Torwart Gianluigi Buffon, der einen Foulelfmeter von Andrian Mutu neun Minuten vor dem Ende parierte. Den Ausgleich vor 30.585 Zuschauern im Letzigrund- Stadion von Zürich hatte Christian Panucchi (56.) für Italien erzielt, nachdem Mutu eine Minute zuvor das 1:0 markiert hatte.

Der bereits gewaltig unter Druck stehende Italien-Trainer Roberto Donadoni wagte viel, ließ gegen die wesentlich kreativer und offensiver als im tor- und trostlosen Match gegen Frankreich agierenden Rumänen unter anderem "Kampfhund" Gennaro Gattuso auf der Bank, auch den künftigen Wolfsburger Andrea Barzagli erstmal draußen. Und die Hoffnungen der Fans, die auf einem Spruchband forderten: "Zeigt Euren Stolz", ruhten auf Serie-A-Torschützenkönig Alessandro del Piero, der diesmal von Beginn an zum Einsatz kam. In seinem 88. Länderspiel wäre dem Kapitän beinahe der Führungstreffer gelungen. In der neunten Minuten verpasste del Piero das rumänische Tor bei einem Kopfball aus kürzester Distanz jedoch um ein paar Zentimeter.

Italiener beißen sich an unterschätzten Rumänen die Zähne aus

Auf jeden Fall leitete der Star von Juventus Turin mit seiner Chance eine Drangphase der Italiener ein. Und immer wieder im Mittelpunkt: Luca Toni. Doch dem 1,96 Meter großen Torjäger vom deutschen Rekordmeister fehlten bei seinen Versuchen (13./17./27./40.) jedes Mal ein paar Zentimeter oder aber Rumänen- Torwart Bogdan Lobont brachte den Wahl-Bayern zur Verzweiflung. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit riss Toni bereits die Arme hoch, doch Schiedsrichter Tom Henning Övrebö aus Norwegen erkannte fälschlicherweise auf Abseits.

Hinwegtäuschen durften die Gelegenheiten des viermaligen Weltmeisters aber nicht über die Gefahr, die nach einer eher passiven Startviertelstunde von den Rumänen ausging. Den Anfang machte Mutu vom AC Florenz. Bei seinem Linksschuss musste Italien-Keeper Buffon sich mächtig lang machen (15.). Drei Minuten später nahm Gabriel Tamas aus über 30 Metern maß. Mutig, und fast erfolgreich, aber wieder war Buffon zur Stelle. 120 Sekunden später wäre auch er geschlagen gewesen, doch der von Panucci abgefälschte Freistoß durch Christian Chivu von Inter Mailand knallte an den Pfosten. Den frühen Ausfall von Mittelfeldspieler Mirel Radoi, der nach einem Zusammenprall mit Mitspieler Razvan Rat auf einer Trage und mit einer Bandage überm Auge vom Platz gebracht werden musste (20.).

Packend ging es auch nach der Pause weiter. Und wie: Ein Kopfball- Rückpass von Gianluca Zambrotta geriet viel zu kurz, Mutu schnappte sich den Ball und ließ dem herausstürmenden Buffon keine Chance. Zeit zum Jubeln blieb aber kaum. Eine Minute später legte Innenverteidiger Giorgio Chiellini per Kopf seinem Nebenmann auf und der 35-jährige Panucci schob zum Ausgleich ein. Das Hin und Her ging auch danach weiter, mal drückte Italien, für das Toni weitere Chancen vergab, mal Rumänien. Deren Keeper Lobont vereitelte mit einer Glanztat gegen Daniele de Rossi (74.) den Siegtreffer des Weltmeisters. Auf der Gegenseitee zeichnete sich dann aber auch der viermalige Welttorhüter Buffon aus, als er den Elfmeter Mutus zuerst mit Hand und Fuß abwehrte.