Todesstrafe in den USA : Giftspritze auf dem Prüfstand

Der Oberste Gerichtshof der USA wird zum ersten Mal in der amerikanischen Justizgeschichte die Verfassungsmäßigkeit der Giftspritze als Hinrichtungsmethode prüfen.

WashingtonDie Richter kündigten an, sich mit dem Einspruch von zwei zum Tode verurteilten Gefangenen zu befassen, die mit dem Giftcocktail aus der Nadel exekutiert werden sollen. Die beiden Häftlinge aus dem Bundesstaat Kentucky machen geltend, dass die eingespritzten Mittel Todesqualen verursachen könnten und die Methode daher als "grausame und ungewöhnliche Bestrafung" verfassungswidrig sei.

In knapp 40 der US-Bundesstaaten gibt es die Todesstrafe und die Giftspritze als Exekutionsmethode. In etwa 10 dieser Staaten wurden bereits in der Vergangenheit nach gerichtlichen Klagen von Häftlingen deren Exekutionen ausgesetzt. Aufgrund der neuen Entwicklung erwarten Rechtsexperten, dass Gerichte auch in weiteren Staaten ein Hinrichtungsmoratorium bis zur Entscheidung der höchsten Instanz verfügen. Sie wird nicht vor dem Frühjahr 2008 erwartet.

In Texas wurde gestern Abend erneut ein Häftling hingerichtet. Es war die 26. Exekution dort in diesem Jahr. Die nächste Hinrichtung ist für Donnerstag geplant. Den Häftlingen wird zunächst ein Betäubungsmittel injiziert, dann ein Mittel zur Muskellähmung und schließlich eine Substanz, die zum Herzstillstand führt. Den klagenden Gefangenen zufolge können Todeskandidaten extreme Schmerzen erleiden, wenn ihnen eine zu geringe Menge des Betäubungsmittels eingespritzt wird. Sie könnten dann aber nicht einmal aufschreien. (mit dpa)