Tornado-Einsatz : "Absolut unerlaubt"

In Heiligendamm hat ein Bundeswehr-Tornado G-8-Kritiker in 110 Metern überflogen - erlaubt ist allerdings eine Mindesthöhe von 150 Metern. Die tiefhängende Wolkendecke sei Schuld, erklärt der Pilot.

Tornado Foto: ddp
Tornado-Einsatz der Bundeswehr: Die Flughöhe während des G-8-Gipfels war deutlich unter der erlaubten Mindesthöhe.Foto: ddp

BerlinInterne Untersuchungen der Luftwaffe haben ergeben, dass ein "Tornado"-Aufklärungsflugzeug in der geringen Höhe von 110 Metern Demonstranten beim G-8-Gipfel observierte. "Das war absolut unerlaubt", hieß es aus Luftwaffenkreisen. Die "Tornados" hätten nur in einer Höhe von höchstens 150 Meter fliegen dürfen.

Es hat sich nach diesen Informationen um einen der beiden "Tornados" gehandelt, die das Lager der Demonstranten in der Ortschaft Reddelich bei Heiligendamm überflogen. Der Pilot habe bei der Befragung nach der Landung auf dem Heimatfliegerhorst des Geschwaders 51 "Immelmann" im schleswig-holsteinischen Jagel angegeben, er habe wegen der tief hängenden Wolkendecke derart weit heruntergehen müssen. Es hat nach den vorliegenden Informationen vor Beginn des Gipfels am 6. Juni insgesamt sieben Überwachungsflüge gegeben. Schon Ende Mai hätten die "Tornados" die Demonstranten "beobachtet".

Die "Tornados" seien unmittelbar von der Polizei und vom Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern angefordert worden. Das Bundesverteidigungsministerium sei nicht eingeschaltet worden. Heute beschäftigen sich der Verteidigungs- und der Innenausschuss des Bundestages mit den "Tornado"-Beobachtungsflügen, deren Rechtmäßigkeit besonders von den Sozialdemokraten und den Grünen bezweifelt werden.