Der Tagesspiegel : Tote Babys: Mutter weiter in Haft

Noch keine Anklage gegen 39-jährige Frau

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Duben / Frankfurt (Oder) - Die Ermittlungen gegen die Frau, die neun ihrer Babys getötet haben soll, sind noch immer nicht abgeschlossen. Zwar erklärte die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), dass die Anklage „in Kürze“ fertig sei. „Wir rechnen damit, dass die Anklage nächste oder übernächste Woche fertig ist“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ulrich Scherding. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Rechtsgutachter bezweifeln obendrein, dass die Beweise für eine Anklage wegen Totschlags ausreichen.

Bereits seit dem 1. August sitzt die 39-jährige Sabine H. in der Untersuchungshaft in Duben im südlichen Brandenburg. Dorthin wurde sie gebracht, nachdem sie wegen des Vorwurfs festgenommen worden war, neun ihrer Kinder getötet zu haben. Die Babyleichen soll sie in Blumenkübeln auf einem Grundstück in Brieskow-Finkenheerd eingegraben haben. Bei Aufräumarbeiten wurden die Skelette entdeckt. Das Ende vergangenen Jahres vorgelegte gerichtsmedizinische Gutachten konnte die Todesursache der neun Babys nicht genau klären, weil die Knochen zu stark verwest waren. So kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass es Totgeburten waren. Bei der DNA-Analyse kam nur heraus, dass die Mutter und ihr damaliger Mann die Eltern der sieben Mädchen und zwei Jungen waren.

Am 12. Februar muss das Oberlandesgericht auch klären, ob gegen Sabine H. weiterhin Haftgründe wie Flucht- oder Verdunklungsgefahr vorliegen – oder ob sie aus der Untersuchungshaft entlassen wird. Die Sechsmonatsfrist, nach der dies geprüft werden muss, läuft eigentlich bereits am 1. Februar aus. Doch im Fall der 39-Jährigen kommen noch einmal elf Tage hinzu – wegen einer Ersatzhaftstrafe. Im Jahr 2003 war sie wegen Ladendiebstahls zu einer Geldstrafe verurteilt worden, zahlte aber nicht gesamte Summe. Die Tage musste die Frau bald nach der Festnahme absitzen. tabu

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