Der Tagesspiegel : Totes Baby: 19-Jährige festgenommen Südafrikanerin trat mit christlicher Gruppe auf

Sandra Dassler

Frankfurt (Oder) - Die 19-jährige Südafrikanerin, die heimlich ein Baby geboren und getötet haben soll, ist gestern vorläufig festgenommen worden. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Es bestehe der Verdacht des Totschlags beziehungsweise der Aussetzung eines Kindes mit Todesfolge. Weitere Angaben seien aufgrund der laufenden Ermittlungen gegenwärtig nicht möglich. Am Nachmittag erließ das Amtsgericht Bad Freienwalde Haftbefehl. Aufklärung über die Art der Geburt und des Todes des kleinen Jungen erhoffen sich die Ermittler von der Obduktion.

Die 19-Jährige ist Mitglied einer Jugendgruppe aus Südafrika, die mit der Organisation „Jugend für Christus“ durch Deutschland reist und mit Tänzen und Gesprächen für Toleranz und Frieden wirbt. Sie wohnt zur Zeit bei einer Gastfamilie in Manschnow im Landkreis Märkisch- Oderland und hatte sich nach Tagesspiegel-Informationen am Montag wegen starker Unterleibsblutungen in ein Krankenhaus begeben. Die Ärzte stellten fest, dass die Blutungen von einer Geburt – möglicherweise einer Früh- oder Fehlgeburt – herrührten und informierten die Polizei. Bei einer Befragung gab die 19-Jährige zu, in der Badewanne heimlich ein Kind geboren zu haben und für seinen Tod verantwortlich zu sein. Zeitgleich entdeckten Polizeibeamte die Leiche eines neugeborenen Jungen in einem Abfallbehälter bei der Gastfamilie.

Der Leiter von „Jugend für Christus“ in Deutschland, Alfons Hildebrandt, ist schockiert und traurig: „Die junge Frau ist erst vor wenigen Wochen nach Deutschland gekommen und zusammen mit einem neunköpfigen Team unterwegs. Sie hat bis zum Schluss mitgetanzt, niemand hat etwas von einer Schwangerschaft bemerkt. Sie kann auch nie und nimmer schon im 8. oder 9. Monat gewesen sein.“ Die Teams aus Südafrika sind seit 1998 in Deutschland unterwegs. Sie nennen sich „iThemba“, was so viel wie Hoffnung heißt und richten sich besonders an Jugendliche. In einer 45-minütigen Aufführung wird getanzt, Theater gespielt und dann über Probleme wie Rassismus und Gewalt geredet.

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