Tour de France : Stanga, Riis und Petacchi nicht zur Tour

Gianluigi Stanga, der Besitzer des Profi-Radstalls Milram, wird die diesjährige Tour de France nicht begleiten. Er war unter anderen von Radprofi Jörg Jaksche mit schweren Dopingvorwürfen belastet worden.

London/BerlinGianluigi Stanga, der Besitzer des Profi-Radstalls Milram, wird die diesjährige Tour de France nicht begleiten. Dies bestätigte Team-Manager Gerry van Gerwen am Donnerstag – zwei Tage vor dem Tour-Start in London. Die Entscheidung fiel nach einem Krisengespräch in Amsterdam, an dem auch Stanga teilgenommen hatte. Stanga war unter anderen von Radprofi Jörg Jaksche mit schweren Dopingvorwürfen belastet worden. Auch der Milram-Fahrer Alessandro Petacchi wird nicht starten. Er soll auf Antrag des italienischen Olympischen Komitees wegen Dopings für mindestens ein Jahr gesperrt werden. Bei dem Topsprinter war im Mai ein erhöhter Cortison-Wert im Urin festgestellt worden.

Auch Bjarne Riis, der Chef des dänischen Teams CSC, bleibt nach den Doping-Vorwürfen der Tour fern. Das Team teilte am Donnerstag mit, Riis wolle sich „nur um Sponsoren kümmern“. Der frühere CSC–Fahrer Jaksche hatte Riis, der 1996 die Tour gedopt gewonnen hatte, vorgeworfen, der Däne habe als Teamchef Doping gedeckt.

Der deutsche Profi Andreas Klöden vom Team Astana hat unterdessen seinen wochenlangen Presse-Boykott beendet. In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ erklärte der 32-Jährige, er habe während seiner Zeit beim Team Telekom nie mitbekommen, was seine damaligen Mannschaftskollegen Bert Dietz und Jaksche in Sachen Doping gemacht hätten. Er sei bei Telekom nie mit Doping in Berührung gekommen, auch wenn die früheren Telekom-Ärzte Andreas Schmid und Lothar Heinrich inzwischen ihre Verstrickung ins Dopingsystem zugegeben hätten. Ein früherer Weltklasse-Profi, der seinen Dopingkonsum zugegeben hat und noch gegen Klöden gefahren ist, sagte zu den Aussagen: Wenn Klöden von Dietz und Jaksche nichts mitbekommen hat, „dann war er aber wirklich blind. Das kann ich schlichtweg nicht glauben.“ Klöden erklärte auch: „Wenn alle Profisport so betreiben würden wie ich, wäre er auch sauber.“ Dazu sagte der geständige ehemalige Profi: „Das behaupten alle. Das haben auch Bölts und Aldag behauptet.“ Die früheren Telekom-Profis Bölts und Aldag haben nach jahrlangem Leugnen ihren Dopingkonsum eingeräumt. dpa/fmb