Tourismuskonzerne : Russischer Milliardär steigt bei Tui ein

Verstärkung für Tui-Chef Frenzel: Der russische Stahl-Zar Mordaschow ist mit einem Drei-Prozent-Anteil beim Konzern eingestiegen. Er unterstützt den Kurs von Frenzel - im Gegensatz zum US-Investor Wyser-Pratte, der gegen ihn Stimmung macht.

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Rückenwind für Frenzel: Stahl-Milliardär Alexej Mordaschow beteiligt sich an Tui. -Foto: dpa

HannoverDie Beteiligung des Eigentümers des Stahlkonzerns Severstal, Alexej Mordaschow, beim Reise- und Schifffahrtskonzern Tui sei der erste Schritt zu einer strategischen Partnerschaft und unterstütze den gegenwärtigen Kurs des Tui-Managements, hieß es von beiden Seiten. Tui-Chef Michael Frenzel erklärte, die neue Verbindung markiere einen Meilenstein in der Entwicklung der Tui und eröffne neue Möglichkeiten auf dem russischen Markt. Mordaschow sagte, er glaube an die Tourismusindustrie, die insbesondere in Russland jedes Jahr kräftig wachse. Der Stahlmagnat gilt als einer der reichsten Männer Russlands.

Mit der neuen Beteiligung kann Frenzel seinen Kurs weiter absichern, der in der Vergangenheit immer wieder wegen einer schwachen Kursentwicklung der Aktie bei Finanzinvestoren unter Beschuss geraten war. Kapitalanleger forderten unter anderem eine Zerschlagung des Konzerns in seine beiden Sparten Reise und Schifffahrt. Zuletzt hatte der US-Investor Guy Wyser-Pratte Frenzel ins Visier genommen. Er war mit einem Prozent Beteiligung eingestiegen und ist seitdem auf der Suche nach Verbündeten für einen Vorstoß zur Ablösung des Tui-Chefs.

Vorzeitige Vertragsverlängerung für Frenzel

Frenzel steht seit 1994 an der Spitze des Konzerns. Sein Vertrag, der im nächsten Jahr ausläuft, ist gerade erst Anfang November vom Aufsichtsrat vorzeitig verlängert worden. Die Tui kann sich schon bisher auf rund 20 Prozent befreundeter Aktionäre stützen - hauptsächlich ausländische Hoteliers.

Die neue Partnerschaft eröffnet dem Reiseveranstalter Tui auch neue Geschäftsmöglichkeiten in vielversprechenden Märkten Osteuropas und Russlands. Während der Markt in Westeuropa als weitgehend gesättigt gilt, sehen Experten dort noch große Wachstumschancen. Insbesondere russische Touristen zählen seit Jahren zu den zahlungskräftigen Gästen in der Urlaubsindustrie. Die Tui hatte daher schon 2004 ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem russischen Veranstalter Mostravel gegründet. (mit dpa)