Transfermarkt : Michael Ballack - heute hier und morgen dort?

Kalte Dusche für Real Madrid: Michael Ballack hat dem Werben des spanischen Fußball-Rekordmeisters eine Absage erteilt und will beim FC Chelsea bleiben. Ist damit wirklich das letzte Wort gesprochen?

Hubert Kahl[dpa]
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Michael Ballack: "Kein Interesse, den FC Chelsea zu verlassen" -Foto: dpa

Madrid/LondonReal Madrid wollte Michael Ballack, dementierte, warb dann doch wieder um ihn. Das Hin und Her hat nun - zumindest vorerst - ein Ende. Ballack will in England bleiben. "Ich habe kein Interesse, den FC Chelsea zu verlassen", betonte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. "Ich hatte keine Kontakte zu Real Madrid", ließ der 30-jährige Mittelfeldspieler über die Internetseite des englischen Pokalsiegers verbreiten.

Real wollte Ballack im "Doppelpack" mit dem Niederländer Arjen Robben verpflichten. Die "Königlichen" sollen dem FC Chelsea nach spanischen Presseberichten für beide Spieler eine Ablösesumme von insgesamt 40 Millionen Euro geboten haben. Die Sportblätter "Marca" und "As" wollten gar erfahren haben, dass Ballack einem Wechsel nach Madrid zugestimmt habe. Der Kapitän der DFB-Elf habe sich sogar damit einverstanden erklärt, dass sein - auf acht Millionen Euro beziffertes - Jahresgehalt bei Real drastisch gekürzt würde.

Ballack: Wechselspekulationen treffen nicht zu

Ballack wies diese Behauptungen energisch zurück: "Ich bin in London sehr glücklich, beruflich wie auch mit meiner Familie. Die Spekulationen über einen Wechsel treffen nicht zu." Wenige Stunden zuvor hatten die Madrider Sportblätter noch den Eindruck erweckt, als stünde eine Verpflichtung Ballacks bei Real unmittelbar bevor. Sie begründeten ihre Erwartung damit, dass Reals Vereinspräsident Ramón Calderón aus dem Urlaub zurückkehrte und den Doppeltransfer rasch über die Bühne bringen wolle. Calderón hatte in der vorigen Woche angekündigt, der Club werde "in den kommenden Tagen" die Verpflichtung von zwei oder drei prominenten Spielern bekanntgeben.

Für "Marca" und "As" schien ein Wechsel von Ballack nach Madrid "nur noch eine Frage von Stunden" zu sein. Dies ging so weit, dass Reals Mittelfeldspieler Guti sich bereits Sorgen über seinen Platz in der Stammelf machte. Bernd Schuster betont seit Tagen immer wieder: "Real braucht einen Spieler wie Ballack."

Es ist unbestritten, dass der spanische Meister einen Regisseur sucht. "Guti kann nicht immer so gut spielen, wie in den letzten Partien", meinte Schuster. Nachdem Wunschkandidaten wie der Brasilianer Kaká oder der Katalane Cesc Fàbregas (Arsenal London) den "Königlichen" Absagen erteilt hatten, rückte Ballack auf den ersten Platz der Kandidatenliste.

Spanische Presse: "Das Thema ist noch nicht durch"

Nach Ansicht von "Marca" ist mit Ballacks Absage das letzte Wort jedoch noch nicht gesprochen. "Bei Real gibt es Neuverpflichtungen immer erst nach einem langen Hin und Her", schrieb das Blatt auf seiner Internetseite. "Das Thema ist noch nicht durch. Schon in den nächsten Tagen kann das Blatt sich wieder wenden."

Demgegenüber erklärte Ballack: "Ich stehe fest zu Chelsea. Ich bin hergekommen, um Trophäen zu gewinnen und im englischen Fußball Erfolg zu haben." Er sei "frustriert", weil er wegen seiner Knöchelverletzung derzeit nicht spielen könne. Er arbeite aber hart daran, möglichst rasch wieder fit zu sein.

Der Kampf um die Stammplätze ist unterdessen bei Chelsea in vollem Gang - und Ballack droht wegen seiner Verletzungspause ins Hintertreffen zu geraten. DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hofft, dass Ballack trotz der großen Konkurrenz und einer möglichen Systemumstellung ein wichtiger Baustein im Team von Trainer Jose Mourinho bleibt. Er wisse nicht, "ob es damit für Michael vielleicht nicht etwas schwieriger wird. Er hat sich vergangene Saison aber positiv weiter entwickelt, und jetzt hat er in London etwas mehr Ruhe als noch im vergangenen Sommer", sagte Bierhoff in einem Interview auf der DFB-Internetseite.