Tribunal : Bis zu 50 Jahre Haft für drei sierraleonische Kriegsverbrecher

Für drei verurteilte Kriegsverbrecher sind in Sierra Leone Haftstrafen von bis zu 50 Jahren verhängt worden. Erstmals wurden vor einem internationalen Gericht Verantwortliche für den Einsatz von Kindersoldaten verurteilt.

FreetownDas Sondertribunal für Sierra Leone (SCSL) hat lange Haftstrafen für drei verurteilte Kriegsverbrecher verhängt. Alex Tamba Brima und  Santigie Borbor Kanu müssen jeweils 50 Jahre hinter Gitter, für Brima Bazzy Kamara wurden 45 Jahre festgesetzt, wie Richterin Julia Sebutinde bekannt gab. Die Staatsanwaltschaft hatte zwischen 50 und 60 Jahren Haft gefordert. Die drei ehemaligen führenden Mitglieder einer Rebellengruppe waren am 20. Juni für schuldig befunden worden, während des Bürgerkriegs zwischen 1991 und 2001 Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Die Vorwürfe gegen sie schlossen Mord, Vergewaltigung und die Beschäftigung von Kindersoldaten ein.
  
Es handelte sich um das erste Urteil des 2002 ins Leben gerufenen Tribunals, das die Hauptverantwortlichen für Verbrechen während des Krieges richten soll, in dem rund 120.000 Menschen getötet und Tausende verstümmelt wurden. Außerdem wurden erstmals vor einem internationalen Gericht Verantwortliche für den Einsatz von Kindersoldaten verurteilt.
  
Die drei Angeklagten hatten auf nicht schuldig plädiert. Sie sollen im Austausch für Diamanten aus Sierra Leone von Liberias Ex-Präsidenten Charles Taylor unterstützt worden sein, der sich ebenfalls wegen Kriegsverbrechen während des blutigen Konflikts  verantworten muss. Sein Prozess wurde aus Sicherheitsgründen nach Den Haag verlegt. Brima, Kanu und Kamara werden ihre Strafen nach Angaben des Gerichts in Schweden und Österreich verbüßen. (mit AFP)