Der Tagesspiegel : Trittbrettfahrer im Fall Ulrike vor Gericht

Knapp eine Woche nach der Verurteilung des Mörders der kleinen Ulrike aus Eberswalde soll es in Frankfurt (Oder) einen weiteren Prozess zu dem Fall geben. Am nächsten Montag muss sich ein 42-jähriger Mann aus Calau (Oberspreewald-Lausitz) vor dem Amtsgericht der Stadt verantworten. Er soll die Polizei am 2. März telefonisch zur Übergabe von 55 000 Mark aufgefordert haben. Dafür wollte er die zwölfjährige Ulrike, die sich angeblich in seiner Gewalt befand, frei lassen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird dem Angeklagten versuchte räuberische Erpressung, Androhung einer Straftat und Missbrauch des Notrufs vorgeworfen. Als Motiv für die angeblich spontane Tat acht Tage nach dem Verschwinden der Schülerin soll der 42-Jährige Geldschulden genannt haben. Bei einer Verurteilung droht dem geständigen Angeklagten eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Am Dienstag war der Mörder der zwölfjährigen Ulrike, der 25 Jahre alte Stefan Jahn, in Frankfurt (Oder) zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Nach Überzeugung des Schwurgerichts hat der Sozialhilfeempfänger die Schülerin am 22. Februar unweit ihres Elternhauses angefahren und dann verschleppt, missbraucht und mit ihrem Schal erwürgt. Jahns Verteidiger wollen prüfen, ob sie in Revision gehen. Nach der Verkündung des Urteils prüfe die Polizei nun, wer für seine Hilfe belohnt werden sollte, sagte der Sprecher des Eberswalder Polizeipräsidiums, Toralf Reinhardt. Bei der Fahndung nach Ulrike und ihrem Mörder waren insgesamt rund 200 000 Mark Belohnung ausgeschrieben. Ein kleiner Teil des Geldes wurde schon gezahlt. Bis zu zehn Tipp-Geber können noch auf eine Belohnung hoffen. In dem Fall hatte es mehr als 7000 Bürgerhinweise gegeben.

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