Troika-Gespräche : Kosovo-Beauftragter: Keine Teilung der Provinz

Für den Kosovo-Beauftragten der EU ist die Teilung der derzeit von der UN verwalteten Provinz kein Thema. Zugleich blickt er den Gesprächen der Troika aus Vertretern der EU, der USA und Russlands skeptisch entgegen.

Ischinger
Schwerer Job: Kosovo-Beauftragter Ischinger. -Foto: AFP

WienVor dem Treffen der Kosovo-Troika in Wien hat der Beauftragte der Europäischen Union für die Provinz, Wolfgang Ischinger, die Möglichkeit einer Teilung zurückgewiesen. "Diese Frage ist weder von den beiden Parteien, noch von der Kosovo-Troika bei den bisherigen Gesprächen in irgendeiner Weise auf die Tagesordnung gebracht worden. Das ist zurzeit wirklich ein Nicht-Thema", sagte Ischinger. Zugleich warnte der deutsche Diplomat vor zu großer Zuversicht. Wenn es dieser Troika gelänge, etwas mehr Vertrauen zwischen den Kosovo-Albanern und den Serben zu schaffen "und vielleicht den Beginn eines Brückenbaus zwischen den Positionen beider Seiten zu ermöglichen", sei schon "sehr, sehr viel erreicht".

Das Ziel der Troika aus Vertretern der EU, der USA und Russlands formulierte Ischinger im Inforadio so: "Wir wollen versuchen, eine verhandelte Lösung auszuarbeiten, damit es nicht wieder zu einer Nicht-Lösung im Sicherheitsrat kommt." Die Troika habe es jedoch ausdrücklich abgelehnt, eigene Vorschläge vorzulegen. Sie sei "lediglich Vermittler", sagte Ischinger. Zu dem Treffen der Troika in Wien reisen auch der Präsident des Kosovo, Fatmir Sejdiu, und Ministerpräsident Agim Ceku an. Serbien wird durch Außenminister Vuk Jeremic und Kosovo-Minister Slobodan Samardzic vertreten.

Das seit 1999 von der Uno verwaltete Kosovo strebt die Unabhängigkeit von Serbien an, die Regierung in Belgrad lehnt dies ab. Im Streit um die Zukunft der Provinz vermittelt die Troika seit dem 10. August. Sie soll eine weitere Annäherung ermöglichen, nachdem Serbien und Russland einen Plan des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari zu einer "überwachten Unabhängigkeit" zurückgewiesen hatten. Die Vermittlermission soll 120 Tage dauern. (mit AFP)