Der Tagesspiegel : Trümmer-Truppe

Bei der Weltmeisterschaft der Rettungshunde treffen sich in Wittstock 139 Suchteams

Claus-Dieter Steyer

Wittstock - Der Platz im dritten Versteck zwischen den Betontrümmern ist bei den Feuerwehrmännern nicht gerade beliebt. Denn wenn es bei der „Weltmeisterschaft der Rettungshunde“ ungünstig läuft, müssen sie hier eine Dreiviertelstunde ausharren. Dann hat kein Hund sie gefunden, und erst eine Lautsprecherdurchsage erlöst sie aus ihrer unbequemen Stellung.

Doch meistens spüren die Tiere sie vorher auf und erfüllen damit die Aufgabe: Innerhalb von 45 Minuten eine versteckte Person in einer Trümmerlandschaft zu finden und dabei guten Arbeitseifer zu zeigen. Dafür gibt es Punkte, ebenso in den anderen Disziplinen wie „Unterordnung“ oder „Flächenarbeit“. Die „Trümmersuche“ gehört nicht nur für die 139 teilnehmenden Hundeteams aus 14 europäischen Ländern, dazu Japan und Korea, zu den spannendsten Aufgaben. Eigens für Zuschauer wurde eine Tribüne hoch über den am Ortsrand von Wittstock wild zusammengewürfelten Betonteilen errichtet. So kann jedes Detail der Suche und der Arbeit der Frauen und Männer beobachtet werden. Die anderen Wettkampforte sind das Wittstocker Stadion und eine abgesperrte Fläche auf dem Militärgelände des so genannten Bombodroms. Am heutigen Sonnabend dauert der Wettstreit bis 19 Uhr, am Sonntag bis gegen 12 Uhr.

„Rettungshunde sind trotz moderner Suchtechnik nach wie vor unverzichtbar“, sagt Jürgen Fasshauer vom Bundesverband für Rettungshunde. „Gerade im Sommer versagen Wärmebildkameras in Flugzeugen häufig, weil sich die Körpertemperatur der Vermissten nicht von der Umgebung unterscheidet.“ Der Rettungshund aber verlasse sich auf seine Nase, um nach Explosionen oder Erdbeben Überlebende oder Leichen aufzuspüren.

Die WM in Wittstock dient nicht nur dem Wettstreit, sondern vor allem dem internationalen Erfahrungsaustausch. Viele Teilnehmer waren schon bei vielen Einsätzen in aller Welt dabei. Und bei den in den Trümmern versteckten Feuerwehrleuten hellt sich das Gesicht gleich auf, wenn Starter aus der Schweiz, Österreich, Frankreich oder Deutschland angekündigt werden: Die WM-Favoriten finden die Personen in der Regel am schnellsten.

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