Türkei : Ende des Kopftuchverbotes

Die Türkei in Aufregung: Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP plant ein Ende des Kopftuchverbotes an Hochschulen. Ministerpräsident Erdogan wertet die Kopfbedeckung als Ausdruck der persönlichen Freiheit.

Kopftuch
Schleichende Islamisierung. Die Partei von Ministerpräsident Erdogan will das Kopftuchverbot kippen. -Foto: ddp

Istanbul Frauen solle es künftig erlaubt sein, mit bedecktem Kopf Bildungseinrichtungen zu besuchen, berichtete die gemäßigt-islamische Tageszeitung "Zaman". Weiter verboten bleiben demnach aber schwarze Kopftücher, zu denen auch ein schwarzes Gewand gehört, das den ganzen Körper nach dem Vorbild der saudi-arabischen Abbaja verhüllt. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte, er zähle das Kopftuch zu den persönlichen Freiheiten.

Die "Financial Times" berichtete , Erdogan bestehe auf einem Ende des Kopftuchverbotes. Dieses solle als Teil einer Änderung der türkischen Verfassung abgeschafft werden. Es sei unfair, Mädchen eine höhere Ausbildung wegen des Kopftuches zu verweigern.

Erdogan hatte sich am Vortag während eines Treffens mit führenden Politikern der AKP auf einen Plan für ein Ende des Kopftuchverbotes geeinigt. "Für Freiheit und Wohlergehen in der Türkei müssen wir das machen", wurde Erdogan zitiert. Die laizistische Opposition beschuldigt die AKP, eine schleichende Islamisierung zu betreiben. Eine Lockerung des Kopftuchverbotes gilt als ein Symbol dafür. In der Türkei tragen mehr als Zweidrittel der Frauen ein Kopftuch. (mit dpa)