Türkei : Viele Tote bei Angriff auf Hochzeitsfest

Eine Hochzeitsfeier im Südosten der Türkei endete in einer Auseinandersetzung mit Schusswaffen und Handgranaten. Mindestens 44 Menschen kamen dabei ums Leben. Offenbar war eine Familienfehde Ursache des Blutbads, allerdings könnten auch politische Motive eine Rolle gespielt haben.

IstanbulMindestens 17 Menschen seien verletzt, berichteten türkische TV-Sender unter Berufung auf das Büro des Gouverneurs in der Provinz Mardin weiter. Vier maskierte Bewaffnete hätten am Abend das Feuer auf die Festgesellschaft eröffnet. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan unterbrach eine Sitzung seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, um sich über die Lage informieren zu lassen.

Der Angriff, bei dem Handgranaten und automatische Waffen benutzt wurden, fand in dem Dorf Sultanköy statt. Dieses wird von sogenannten Dorfschützern kontrolliert, einer von der Regierung im Kampf gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK unterstützten Miliz. Das Dorf war am Abend von Polizeikräften abgeriegelt und für Journalisten gesperrt.

Die Familien von Braut und Bräutigam seien in einen Streit geraten, bei dem bald Schusswaffen eingesetzt wurden, hatten türkische Sender zunächst berichtet. Später war nur noch von einem Streit unter Familien die Rede. Die ersten Schüsse waren gegen 21.30 Uhr Ortszeit (20.30 Uhr MESZ) gefallen. Die Braut ist die Tochter des Dorfvorstehers. Die genauen Hintergründe des Angriffs waren zunächst unklar. Es könne auch politische Motive geben, hieß es in türkischen Berichten. (rf/dpa)