Türkiyemspor : Nach Schlägerei zurück im Spiel

Es sollte ein Treffen der Aussöhnung sein: Jugendliche aus dem nordbrandenburgischen Lindow treffen sich nach einer Schlägerei Ende August mit Fußballern der B-Jugend von Türkiyemspor.

Alexander Fröhlich

Lindow/Berlin - Es sollte ein Treffen der Aussöhnung sein: Jugendliche aus dem nordbrandenburgischen Lindow treffen sich nach einer Schlägerei Ende August mit Fußballern der B-Jugend von Türkiyemspor. „Ich fand es voll toll“, sagte hinterher Brian, 16 Jahre alt. „Die Jungs sind wirklich gut drauf, anders als ich gedacht habe.“ Brian trägt ein Basecap, der Scheitel liegt quer über der Stirn, schwarze Kapuzenjacke, die Jeans hängt tief – nichts Ungewöhnliches. Brian war dabei, als seine Freunde und Türkiyemspor-Spieler sich Ende August vor einem Supermarkt in Lindow gegenseitig angegriffen haben, auch rechtsextreme Sprüche waren gefallen. Er selbst hielt sich im Hintergrund, sagt er. Und dass keiner von ihnen ein Neonazi sei, „eher Hip-Hopper“. Wie Stefan, arbeitslos, 17 Jahre alt. Über den Vorfall sagt er: „Wir haben uns gegenseitig provoziert. Im Nachhinein – das hätte alles nicht sein müssen.“

Am Morgen waren sie, insgesamt zehn Jugendliche aus Lindow, nach Berlin gefahren. In Kreuzberg gab es ein gemeinsames Frühstück an einer langen Tafel, die Türkiyemspor-Spieler wurden platziert, die Lindower mussten sich dazwischen setzen. „Zwei, drei von uns haben sich mit denen unterhalten, am Ende haben die Spieler doch wieder an einem Tisch gesessen“, sagt ein 20-Jähriger in goldener Kapuzenjacke.

Die Jugendlichen aus Lindow waren von Türkiyemspor eingeladen worden, weil Vereinsvorsitzender Celal Bingöl gehört hatte, dass diese sich Ausflüge kaum leisten könnten. Bingöl wollte sie mal Berlin sehen lassen. Fremd bleiben sich beide Gruppen, auch beim Spiel des Regionalligisten gegen Hannover 96 II im Jahn-Sportpark. Die Jugendlichen aus Lindow bleiben für sich, in der Reihe vor ihnen sitzen die Türkiyemspor-Spieler. Reden wollen sie nicht über das Treffen. Am Ende gibt es im Stadion noch ein Gruppenfoto mit allen, eine weiteres Treffen in Lindow ist vereinbart: ein Erlebniswochenende in der Landessportschule. axf

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