U 19-Fußball-EM : DFB-Nachwuchs vergibt Titelchance

Der deutsche Fußball-Nachwuchs muss weiter auf einen internationalen Titel warten. Fünf Jahre nach dem letzten Finaleinzug und 15 Jahre nach dem letzten Titelgewinn vergab die U 19-Auswahl des DFB bei der Junioren-EM in Österreich leichtfertig die Endspiel-Teilnahme.

Morten Ritter[dpa]
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U19-Nationalspieler Arne Feick vom FC Energie Cottbus trauert. -Foto: dpa

Steyr/Düsseldorf"Das tut sehr weh, aber wir haben es uns selbst zuzuschreiben. So eine Chance bekommen wir so schnell nicht wieder", sagte Trainer Frank Engel nach der 2:3 (1:1)-Niederlage gegen Griechenland, das nun als Außenseiter im Finale am Freitag in Linz auf Spanien trifft. Der Titelverteidiger setzte sich im Elfmeterschießen mit 4:2 gegen Frankreich durch.

Nach dem Schlusspfiff im Vorwärts-Stadion von Steyr lagen die nach vier Spielen innerhalb von acht Tagen stark beanspruchten deutschen Nachwuchskicker erschöpft und enttäuscht auf dem Rasen. Über weite Strecken das dominierende Team, musste die DFB-Elf kurz vor Schluss nach einem Abwehrfehler den entscheidenden Treffer durch Andreas Lampropoulos (89. Minute) hinnehmen. "Man hat gemerkt, dass die mehr wollten, die nicht die bessere Mannschaft waren", befand DFB- Sportdirektor Matthias Sammer. Mehr als die beiden Treffer des besten deutschen Spielers, Änis Ben-Hatira (Hamburger SV), hatten die DFB- Junioren am Ende nicht zu bieten.

Film-Dokumentation wie beim "Sommermärchen"

Dennoch hat sich die professionellere Betreuung des Teams mit einem vergrößerten Mitarbeiterstab bewährt. Die Mannschaft hat als erste bei einem bedeutenden Turnier von den Strukturveränderungen profitiert. Die Nachwuchsspieler sollten Bedingungen wie in der A- Nationalmannschaft vorfinden. "Das hat sich ausgezahlt. Da haben wir vieles auf den richtigen Weg gebracht und werden dies auch weiter betreiben", sagte Coach Engel.

Dennoch war auch der Trainer enttäuscht. Viele Möglichkeiten auf eine solche Chance werden seine Spieler im Junioren-Bereich nicht mehr haben. "Ich hoffe, dass die Jungs individuell von den Maßnahmen profitiert haben und aus den Fehlern ihre Lehren ziehen", sagte Engel. Eine Hauptrolle bleibt den Spielern allerdings sicher: Wie im Vorjahr beim "Sommermärchen" der A-Mannschaft wurden die Jungstars vom europäischen Verband Uefa und dem DFB für eine einstündige Dokumentation hinter den Kulissen mit der Kamera begleitet. Der Film ist in etwa vier Wochen auf den Internetseiten der Verbände zu sehen.