Der Tagesspiegel : Überlebenshilfen für die kleinen Firmen

Beirat verständigt sich auf Vergabe der SpendengelderPOTSDAM (thm).Spendengelder sollen nach einer Bank- und Einzelfallprüfung hochwassergeschädigten Betrieben und Landwirtschaftsunternehmen der Oderregion zugute kommen.Darauf hat sich der Potsdamer Spendenbeirat am Donnerstag verständigt.Ab sofort könnten beim Spendenbeirat, der bis zum Jahresende seine Arbeit abgeschlossen haben will, entsprechende Anträge eingereicht werden, sagte Altbischoff Martin Kruse. Nach vorsichtigen Schätzungen gibt es in der Region 800 betroffene Unternehmen.Gegen eine Vergabe von Spendenmitteln an Betriebe hatte es im Vorfeld Bedenken unter anderem des Deutschen Roten Kreuzes gegeben.Inzwischen bewegt man sich mit dem DRK laut Kruse in der "gleichen Richtung des Nachdenkens".Es gehe um reine Existenzsicherung, erläuterte die ehemalige "Tagesthemen"-Moderatorin Sabine Christiansen, "nicht darum, Betriebe in Luxusstandard zu versetzen.Die Menschen brauchen nicht nur trockene Füße, sondern auch Arbeit". Von den 17 Millionen Mark auf dem Hochwasser-Spendenkonto der Landesregierung sind erst 2,5 Millionen Mark ausgezahlt worden, was mit dem organisatorischen Aufwand bei der Schadensprüfung und -abwicklung begründet wird.Nach Angaben des Beirates sind für Brandenburg Spenden in Höhe von 50 Millionen Mark eingegangen, während 80 Millionen Mark an weitaus stärker betroffene Hochwasserregionen in Polen und Tschechien gehen.Die Schäden an Privatgebäuden und Haushalten in der Oderregion belaufen sich nach jüngsten Erhebungen auf 25 Millionen Mark.300 Gebäude mit insgesamt 2000 Schadensmeldungen sind betroffen.Die restlichen 25 Millionen Mark sind nach Angaben des Spendenbeirates für akut betroffene Betriebe in der strukturschwachen Region vorgesehen. Eine Umleitung von für Brandenburg eingegangenen Spenden nach Polen und Tschechien könne und werde es nicht geben, erklärte Kruse: "Das Spendenziel ist bindend." Dafür bestehe auch keine Notwendigkeit.Die auf dem Spendenkonto des Landtages für Polen und Tschechien eingegangenen 125.000 Mark sollen zwei zerstörten Krankenhäusern in den Katastrophenregionen zugute kommen.Kruse sagte auch,daß sich polenfeindliche Tendenzen - briefliche Forderungen, Spenden auf keinen Fall nach Polen zu geben - nicht verstärkt hätten.Es habe unter den 105.000 Spendern ein verschwindend "kleines Maß an polenfeindlichen Äußerungen" gegeben.In Einzelfällen seien sie allerdings so unzumutbar gewesen, "daß die Spende zurücküberwiesen wurde." Kruse äußerte sich insgesamt zufrieden mit der Spendenvergabepraxis.Vor allem das "Patenschaftssystem", jedem betroffenen Haushalt eine Hilfsorganisation zuzuordnen, habe zur "Befriedung" und zur Vermeidung von Neid und Mißgunst unter den Hochwasseropfern beigetragen.

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