Übernahme : Deutsche Bank schnappt sich britischen Versicherer für 1,5 Milliarden

Die Deutsche Bank baut ihr Versicherungsgeschäft großzügig aus: Für rund 1,5 Milliarden Euro hat Deutschlands größtes Geldhaus den Lebensversicherer Abbey Life gekauft.

LondonDie Deutsche Bank hat den Zuschlag für den Lebensversicherer Abbey Life der fünftgrößten britischen Bank Lloyds TSB erhalten. Das größte deutsche Geldhaus zahle 1,445 Milliarden Euro (977 Pfund) in bar, teilten Deutsche Bank und Lloyds mit. Das entspricht 104 Prozent des so genannten Embedded Value, der den Wert des Versicherungsbestandes misst. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt behördlicher Zustimmung, der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte erwartet.

Die Deutsche Bank betonte, das Versicherungsgeschäft sei eine gute Ergänzung und werde ihre Position als einer der führenden Anbieter von Kapitalmarktlösungen für die Versicherungsindustrie weiter stärken. "Wir sind zuversichtlich, dass Abbey Life stabile Erträge liefert und unsere internen Vorgaben erfüllen wird", sagte Michele Faissola, Head of Global Rates bei der Deutschen Bank. Abbey Life wurde in einem Auktionsprozess verkauft.

Nach dem Rückzug der Swiss Re war nach Medienberichten vom Montag neben der Deutschen Bank zuletzt noch der britische Versicherer Pearl Group im Rennen. Abbey Life verwaltet rund 17 Milliarden Euro und nimmt als geschlossene Lebensversicherung seit 2000 keine neuen Kunden mehr auf. Die größte deutsche Bank hatte Medienberichten zufolge im vergangenen Jahr bereits mit einem Gebot für GE Life versucht, in den Markt für geschlossene Lebensversicherungen vorzustoßen. Damals kam ihr allerdings Swiss Re zuvor. Die Schweizer zahlten für GE Life, eine Tochter des amerikanischen Mischkonzerns General Electric, 465 Millionen Pfund. (mit dpa)