Übernahme : Puma-Käufer warten auf Kleinaktionäre

Mit einer Werbekampagne will PPR, der mutmaßliche Käufer des Bekleidungsherstellers Puma, die Kleinaktionäre zum Verkauf bewegen. In einer Woche läuft die Frist für den Hersteller von Gucci und Yves Saint Laurent ab.

Puma Foto: ddp
Puma-Wunschkäufer PPR muss um die Gunst der Kleinaktionäre werben.Foto: ddp

HerzogenaurachDas Übernahmeangebot der französischen Luxusgütergruppe PPR für den Sport- und Freizeitmode-Konzern Puma stößt gut eine Woche vor dem Auslaufen der Frist bei den Puma-Aktionären auf Zurückhaltung. Bis zum 8. Juni habe die Annahmequote bei 0,08 Prozent gelegen, sagte ein Sprecher von PPR. Diese könne allerdings nicht als Zögern der Kleinaktionäre gewertet werden, betonte er. Wie frühere Übernahmeangebote zeigten, entschieden sich Aktionäre erst in den letzten 24 Stunden vor dem Ablauf der Frist für einen Verkauf ihrer Anteile.

Der Kurs der Aktie war in den vergangenen Monaten teils sprunghaft gestiegen. Das Papier notierte den Höchststand am 11. April mit 351,70 Euro. Heute pendelte der Wert bei etwas über 330 Euro.

Zeitungsanzeigen sollen Aktionäre zum Verkauf bewegen

Unterdessen warb PPR in ganzseitigen Zeitungsanzeigen für die Annahme des Angebots bis zum 20. Juni. Neben dem Bild einer gereichten Hand unter dem Puma-Logo heißt es: "Nehmen Sie jetzt das Angebot für Ihre Puma Aktien an". PPR biete den Anteilseignern eine sehr attraktive Gelegenheit, die Aktien "mit einer Prämie von 24,2 Prozent für 330 Euro pro Aktie zu verkaufen". Nach Angaben eines PPR-Sprechers ist die Anzeige vor allem in Zeitungen in den Regionen Nürnberg und Stuttgart sowie einigen überregionalen Wirtschaftsblättern geschaltet worden.

Bereits Mitte April hatte PPR über seine Tochterfirma Sapardis für 1,4 Milliarden Euro 27,1 Prozent der Puma-Anteile von den Tchibo-Erben Hertz erworben. Die Motivation der Franzosen, Synergieeffekte zwischen Puma und den anderen Konzernmarken zu erzielen, werde mit der Höhe der Beteiligung steigen, hatte erst Ende Mai Puma-Vorstandschef Jochen Zeitz betont. Trotzdem werde sich PPR auch mit deutlich weniger als 100 Prozent der Anteile zufrieden geben. Puma-Vorstand und -Aufsichtsrat haben den Aktionären wiederholt zu einer Annahme des PPR-Angebots geraten.