Uefa Cup : Durchwachsene Auslosung für deutsche Teams

In Nyon sind die Gruppen im Uefa Cup ausgelost worden. Die vier deutschen Mannschaften stehen vor schweren, aber lösbaren Aufgaben. Die vermeintlich härtesten Gegner erwischten Bayer Leverkusen und der 1. FC Nürnberg.

Andreas Schirmer[dpa]

Nyon/SchweizDer FC Bayern München dürfte in der Gruppenphase des "Pokals der Verlierer" auf der Siegerstraße bleiben. Das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld trifft in der Gruppe F auf die Bolton Wanderers, den SC Braga, Roter Stern Belgrad und Aris Saloniki. "Wir haben attraktive Gegner, es wird kein Spaziergang", kommentierte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Uefa-Cup-Auslosung in Nyon, fügte jedoch an: "Aber wir sind der FC Bayern. Wir haben sehr viel Qualität in unserer Mannschaft und ich bin sicher, dass wir das Ziel Uefa-Cup-Achtelfinale schaffen."

Das Motto schwer, aber lösbar gilt auch für die anderen drei deutschen Clubs. Bayer 04 Leverkusen muss sich in Gruppe E mit Sparta Prag, Spartak Moskau, dem FC Toulouse und FC Zürich, der Hamburger SV in der Gruppe D mit dem FC Basel, Stade Rennes, Dinamo Zagreb und Brann Bergen auseinandersetzen. In der schweren Gruppe A tritt der 1. FC Nürnberg gegen AZ Alkmaar, Zenit St. Petersburg, den FC Everton und AE Larissa an. Spieltermine der Uefa-Pokal-Gruppenphase sind der 25. Oktober, der 8. und 29. November sowie der 5./6. und 19./20. Dezember. Jedes Team bestreitet zwei Heim- und zwei Auswärtsspiele.

Rudi Völler freut sich auf Heimspiel gegen Toulouse

"Es ist eine schwierige Gruppe mit attraktiven Gegnern, die in ihren Ligen vorne stehen", urteilte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. "Unser Ziel bleibt es, die Gruppenphase zu überstehen und wie letztes Jahr ins Achtelfinale einzuziehen. Der FC Toulouse ist vielleicht der stärkste Gegner", meinte Völler und freute sich, dass die Franzosen zum Auftakt in die BayArena kommen müssen. Gewarnt ist der Uefa-Cup-Sieger von 1988 vor dem FC Zürich: In der Saison-Vorbereitung verlor Bayer gegen die Schweizer mit 0:1.

Die Münchner haben negative Erfahrungen mit Roter Stern Belgrad gemacht, der sie im Europacup der Landesmeister 1990/91 im Halbfinale rauswarf. "Eine anspruchsvolle Gruppe. Andererseits: Der FC Bayern ist immer Favorit", sagte Hitzfeld, der mit seinem Team gleich bei den Belgradern antritt. "Da der dritte Platz zum Weiterkommen reicht, müsste schon sehr viel passieren, wenn wir das nicht schaffen", sagte Manager Uli Hoeneß. Keinen Zweifel hegen daran auch die Bayern-Stars. "Diese Gruppe gefällt mir", meinte Nationalstürmer Miroslav Klose. Auch Mark van Bommel sieht keine unüberwindlichen Probleme: "Das ist nicht die schwerste Gruppe, da gibt es andere Hammer-Gruppen."

Hans Meyer: "Das wird für unsere Fans ein Fest"

Dies gilt vor allem für den 1. FC Nürnberg, der den Losen dennoch Positives abgewann. "Das ist eine unheimlich interessante Gruppe. Das wird für unsere Fans ein Fest", sagte Coach Hans Meyer, dessen Team zunächst den FC Everton empfängt. Beim Bundesliga-Vorletzten hat der Uefa-Cup jedoch nicht oberste Priorität. "Jetzt wollen wir Europa weiter genießen und natürlich das Beste tun, um für weitere Überraschungen zu sorgen", sagte Nürnbergs Präsident Michael A. Roth, betonte jedoch: "Das A und O bleibt aber für uns die Bundesliga."

Mit Optimismus quittierte der Hamburger SV die Auslosung. "Es ist eine Gruppe mit hoher Qualität", sagte HSV-Trainer Huub Stevens, der vor allem Respekt vor dem Gastspiel bei Dinamo Zagreb hat. "Eine starke Mannschaft, die zuletzt Ajax Amsterdam ausgeschaltet hat und in der Champions-League-Qualifikation Werder Bremen das Leben schwer machte", so der Niederländer. Weniger Manschetten hat Mittelfeldmann Piotr Trochowski: "Wir haben gegen spielstarke Teams immer gut Spiele gemacht. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir in die nächste Runde einziehen." Ein Vorteil: Die Hanseaten beginnen beim nicht ganz so stark eingeschätzten norwegischen Club Brann Bergen.

Die jeweils ersten Drei der acht Fünfer-Gruppen erreichen die Runde der letzten 32, die am 13./14. und 21. Februar 2008 ausgespielt wird. Zu den 24 für die Zwischenrunde qualifizierten Teams kommen die acht Gruppen-Dritten aus der Champions-League-Vorrunde hinzu.