Uefa-Cup : Hertha behält bei 0:0 kühlen Kopf

Mit einem torlosen Remis bei Metalist Charkow hat sich Hertha BSC die Chance bewahrt, ins Achtelfinale des Uefa-Cups einzuziehen. Wären die Berliner im Spiel nach vorne etwas konsequenter gewesen, hätte es auch zu drei Punkte langen können.

Jens Mende[dpa]
Arne Friedrich
Herthas Kapitän Arne Friedrich ist gegen Jonatan Maidana zur Stelle.Foto: dpa

CharkowMit einer abgeklärten Vorstellung im fernen Osten hat sich Hertha BSC alle Chancen auf einen erfolgreichen Weg durch Europa erhalten. Die Berliner erkämpften sich am Donnerstagabend im Uefa-Pokal beim ukrainischen Fußballklub Metalist Charkow ein 0:0; bereits in zwei Wochen im Heimspiel gegen Galatasaray Istanbul könnten sie das Weiterkommen klarmachen.

Im zweiten Gruppenspiel behielt der Bundesligist im Hexenkessel kühlen Kopf und überzeugte vor allem mit taktischer Abgeklärtheit und einer starken Defensive. Bei den Kontermöglichkeiten fehlte Hertha jedoch das letzte Quäntchen Entschlossenheit und Glück. So bleibt nach dem zweiten Remis alles offen.

Der letzte Pass fehlt bei Hertha

"Ich sehe das positiv: Wir haben einen Punkt gewonnen - und nicht zwei liegen gelassen", meinte Hertha-Trainer Lucien Favre nach den nervenaufreibenden 93 Minuten. Allerdings habe oft "der letzte Pass gefehlt". Kapitän Arne Friedrich sah Licht und Schatten: "Hinten haben wir nichts zugelassen, aber vorne haben wir als Mannschaft zu wenig gemacht.

Trotz empfindlicher Kälte wurde den 40.000 Zuschauern auf den Tribünen schnell warm: Die Metalist-Fans machten Stimmung - und die Heim-Mannschaft in der Startphase viel Druck. Cheftrainer Miron Markewitsch hatte seine Mannschaft sehr offensiv ausgerichtet: Die Doppelspitze mit dem Brasilianer Jajá Coelho und dem Serben Marko Devic - in der vergangenen Saison Torschützenkönig in der ukrainischen Liga - sollte für die Tore sorgen und die Berliner Hintermannschaft auf Trab halten.

Simunic hält den Laden dicht

Doch die besseren Chancen erspielten sich die Gäste, das taktische Konzept von Favre mit zwei defensiven Dreierketten als Bollwerk ging auf. Josip Simunic führte hinten als Turm in der Schlacht abgeklärt Regie. Dabei musste Hertha BSC im 90. Europapokal-Spiel der Vereinsgeschichte gleich auf sieben verletzte Spieler verzichten. Zum Glück für die Berliner, die meisten spielen mit Handschuhen, hatte der angeschlagene Jaroslav Drobny den Härtetest beim Abschlusstraining bestanden und stand im Tor.

Erst nach 17 Minuten raffte sich Cicero zum ersten Schussversuch auf, danach spielten die Gäste befreiter auf. In der sehr intensiv geführten Partie hatte der Tabellen-Siebte der Bundesliga sogar die Chance zur Führung: Nach einem Querschläger aus der Charkow-Abwehr landet ein abgefälschter Ball des Serben Gojko Kacars auf der Latte (21.). Glück für Hertha: Als Kaka gegen Edmar rigoros klärt, forderten die Metalist-Spieler vergeblich einen Strafstoß.

Chahed aus kurzer Distanz vorbei

Hertha gab nun sogar den Ton an, während sich Charkow - derzeit Zweiter in der ukrainischen Liga und mit Champions-League-Ambitionen - in der ersten Halbzeit nicht eine einzige Chance herausspielte. Anders die Berliner: Nach Pass von Kacar auf Andrej Woronin schießt der Ukrainer nur knapp vorbei (33.). Kurz vor der Pause setzte sich Woronin im Strafraum energisch durch und bedient den hart bedrängten Sofian Chahed, doch dessen Schuss aus Nahdistanz geht am Tor vorbei.

Metalist erhöhte nach der Pause den Druck, die Berliner machten die Räume dicht. In das ohnehin schnelle Spiel kam zusätzliche Hektik, als Kacar und Jaja aneinandergerieten. Beide sahen Gelb. Seine beste Tat vollbrachte Drobny, als er einen 22-Meter-Schuss von Witali Bordijan über die Latte lenkte (64.). Drobny, Simunic und Pal Dardai verdienten sich bei den Herthanern die besten Noten.