Uefa-Pokal : Leverkusen bleibt auswärts weiter sieglos

Durch zwei Foulelfmeter verlor Bayer Leverkusen auf dem Moskauer Kunstrasen eine weitere Auswärtspartie im Europapokal. Das Spiel gegen Spartak Moskau endete 1:2. Die Werkself verpasste damit die Tabellenführung in der Gruppe E des Uefa-Pokals.

Andreas Schirmer
Leverkusen
Nicht zu bremsen: Moskaus Kalinitschenko (l.) holte den zweiten Elfmeter raus. Hier im Zweikampf mit Leverkusens Arturo Vidal (r.)...Foto: dpa

MoskauBayer 04 Leverkusen hat seinen Auswärtsfluch auch auf dem Moskauer Kunstrasen nicht beenden können und den erhofften großen Schritt in Richtung K.o-Runde des Uefa-Pokals verpasst. Die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe verlor bei Spartak Moskau durch leichtfertige Fehler mit 1:2 (0:0) und blieb damit auch in der 18. Europapokal-Partie in Serie auf fremden Platz ohne Erfolg. Bei Eisfach-Temperaturen im Olympiastadion Luschniki erzielten Roman Pawljutschenko (63. Minute) und der Brasilianer Mozart (77.) jeweils per Foulelfmeter die Treffer für den russischen Fußball-Vizemeister. Paul Freier konnte für Bayer in der Nachspielzeit nur noch verkürzen.

Bayer-Stürmer Stefan Kießling hatte den ersten Strafstoß vor etwa 35.000 Zuschauern - darunter 50 Anhänger aus Leverkusen - mit einem leichtfertigen Rempler gegen Dimitri Torbinski verursacht. Den zweiten Elfmeter verschuldete Torwart René Adler, der Maxim Kalinitschenko von den Beinen holte. "In der ersten Halbzeit waren wir gut. Ich bin enttäuscht, dass wir in der zweiten Halbzeit schlecht gestartet sind. Da waren wir nicht konzentriert und haben nicht gut Fußball gespielt", sagte Skibbe.

Tabellenführung in Gruppe E verpasst

Durch die Niederlage verpasste Leverkusen nach dem Auftakterfolg gegen den FC Toulouse (1:0) die mögliche Tabellenführung in der Gruppe E und muss nun in den in den beiden verbleibenden Partien bei Sparta Prag (6. Dezember) und gegen den FC Zürich (19. Dezember) das Ticket für die Ausscheidungsphase buchen. Spartak Moskau zog durch den Sieg mit dem besseren Torverhältnis an Leverkusen vorbei und kann zudem noch ein Spiel mehr bestreiten.

Die ohne ihren Rekonvaleszenten Bernd Schneider angetretenen Leverkusener zeigten anfangs keinen Respekt vor dem russischen Vizemeister und gingen auch ohne erkennbare Angst vor dem ungewohnten Untergrund ans Werk. Einzig Kapitän Carsten Ramelow hatte nach drei Knie-Operationen auf einen Einsatz auf dem Plastik-Rasen verzichtet. Klar war der Bayer-Wille zu erkennen, mit einem Erfolg die Weichen auf die nächste Runde im Europapokal zu stellen. Tranquillo Barnetta (9. Minute) scheiterte nach einem Zuspiel von Sergej Barbarez an Spartak-Keeper Stipe Pletikosa.

Spartak nahm in Durchgang zwei das Zepter in die Hand

Da sich die Werkself nicht versteckte, ergaben sich aber auch Räume für die ebenfalls sehr ballsicheren Hausherren. Die beste Chance hatte Radoslav Kovac (14.), der frei zum Kopfball kam, weil Adler nach eine Ecke am Ball vorbeiflog. Kurz darauf bot sich Igor Titow nach einer unfreiwilligen Adler-Vorlage eine Möglichkeit, doch der Mittelfeldmann schoss aus etwa 12 Metern über das leere Tor.

Leverkusen brauchte einige Zeit, um wieder gefährlich vor dem Spartak-Tor aufzutauchen. Stefan Kießling (19.) verzog vom Strafraumeck. Arturo Vidals (30.) Distanzschuss wurde von Pletikosa über die Latte gelenkt. In der zweiten Halbzeit ergriff Spartak deutlich die Initiative. Der Brasilianer Welliton (47.) konnte von Manuel Friedrich gerade noch abgedrängt werden. In der 56. Minute war Bayer im Glück: Wellitons Kopfball landete am Pfosten. Doch dann wurde der Moskauer Druck immer größer und Spartak ließ sich die Strafstoß-Doppelchance nicht nehmen. Pawljutschenko traf wie im Länderspiel gegen England sicher. Mozart verwandelte an seinem 28. Geburtstag ebenso souverän und sicherte den verdienten Spartak-Sieg. (mit dpa)