Der Tagesspiegel : Ulrike bleibt verschwunden: Siebzig Hinweise, aber keine heiße Spur

Mit Polizeikräften aus dem gesamten Bundesgebiet und dutzenden freiwilliger Helfer ist am Sonntag die Suche nach der seit Donnerstag vermissten 12-jährigen Ulrike aus Eberswalde (Kreis Barnim) fortgesetzt worden. Die 25-köpfige Sonderkommission arbeitete am Wochenende rund um die Uhr und wurde durch weitere Beamte aus anderen Bundesländern verstärkt. Es gebe jedoch weiterhin keine heiße Spur, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Eberswalde, Petra Stoffels.

Mehr als siebzig Hinweise gingen mittlerweile aus der Bevölkerung ein. Davon bezögen sich drei Hinweise auf Personen, sagte die Sprecherin weiter. Auch im Umfeld von Ulrike - Freunde, Schule und Sportverein -würden die Ermittlungen verstärkt. "Wir können ein Verbrechen nicht ausschließen, ermitteln aber in alle Richtungen"

Die Polizei sucht weiterhin intensiv nach einem weißen Kleinwagen, der am Donnerstag zwischen 15 Uhr und 16 Uhr in dem fraglichen Gebiet unterwegs war. Die Sprecherin bestätigte einen Bericht der "Bild-Zeitung", wonach ein Zeuge einen Schrei gehört und anschließend einen Mann rückwärts mit dem Auto aus dem Waldstück hat fahren sehen.

Schon am Samstag war die fieberhafte Suche auf ein zwei bis drei Hektar großes Gebiet bis zur Bundesstraße 2 Richtung Biesenthal ausgedehnt worden. Achtzig Polizeibeamte durchkämmten erneut den Eberswalder Stadtteil Finow. Sie wurden im Laufe des Tages unterstützt von 13 Helfern der DRK-Rettungshundestaffel mit fünf Suchhunden und weiteren 37 Mitarbeitern des DRK-Katastrophenschutzes und der Wasserwacht.

Außerdem hatten sich weitere fünfzig Bürger aus der Gegend für eine intensive Suche auf dem Gelände des nahe gelegenen Flughafens Finow zur Verfügung gestellt. Auf dem derzeit als Sportflughafen genutztem Gelände gebe es bisher unbekannte Einstiegsstellen in unterirdische Gänge und Anlagen und noch nicht durchsuchte Gebäude, hieß es. Auch ein Hubschrauber wurde wieder eingesetzt.

Am Sonntag durchsuchten Freiwillige und Polizeibeamte erneut den Flughafen und ein angrenzendes Kasernengelände, das vor der Wende von den russischen Streitkräften genutzt wurde. Die Polizei bat zudem mit Plakaten um Mithilfe bei der Suche des etwa 150 Zentimeter großen, braunhaarigen Mädchens, das eine lila Brille mit schwarzen Bügeln trägt.

Das Kind wollte am Donnerstag zu einer Sporthalle fahren, war dort aber nicht angekommen. Nur vierhundert Meter von ihrem Elternhaus entfernt wurde allerdings das grüne Fahrrad von Ulrike gefunden, das einen verbogenen Lenker und Kratzspuren hatte.

Das Rad wird zurzeit einer intensiven Spurenauswertung unterzogen. Außerdem ist laut Polizei der Rucksack mit Sportsachen des Mädchens verschwunden, in dem sich unter anderem rote Turnschuhe befanden. dpa

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