Der Tagesspiegel : Umfrage: PDS überzeugt die Wähler nicht

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Potsdam - Der Rücktritt vom Amt des SPD-Bundesvorsitzenden aus gesundheitlichen Gründen hat Ministerpräsident Matthias Platzeck nicht geschadet: 82 Prozent der Brandenburger glauben nach einer Infratest-Umfrage im Auftrag der Senders RBB und der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“, dass er der richtige Regierungschef ist. Platzeck bekommt mit 2,1 die mit Abstand beste Note aller Landespolitiker, er konnte sich auf der Skala von 1 bis 6 sogar um 0,3 Prozentpunkte verbessern. Innenminister Jörg Schönbohm, zugleich Landeschef der CDU, schneidet mit 3,4 am schlechtesten ab, wenngleich er sich seit Sommer 2005 um 0,8 Prozentpunkte nach oben gekämpft hat.

Von Platzecks ungebrochener Popularität profitiert auch die SPD: Seit dem Sommer 2005 hat sie in der Wählergunst um drei Punkte auf 39 Prozent zugelegt. Der Abstand zur CDU, die jetzt auf 23 Prozent kommt, ist von 14 auf 16 Punkte gewachsen. Auffallend ist der Absturz der Linkspartei PDS um sieben Punkte auf 24 Prozent. Sie liegt damit nur noch einen Prozentpunkt vor der CDU, die Chancen sieht, wieder zweitstärkste Partei zu werden. Allerdings muss der Union zu denken geben, dass die Wähler ihr eine immer geringere Kompetenz bescheinigen, sogar für klassische Domänen der CDU. So trauen 39 Prozent der SPD eine gute Schul- und Bildungspolitik zu, aber nur 19 Prozent der CDU. Die SPD hat hier zehn Prozentpunkte zugelegt. Besonders dramatisch: Selbst bei der wirtschaftlichen Kompetenz ist die CDU erstmals von der SPD überholt worden (35 zu 32 Prozent), obwohl die Union den Wirtschaftsminister stellt. Ulrich Junghanns, der 2007 neuer CDU-Parteichef werden soll, setzt kaum Akzente. Nur jeder fünfte will ihn als Nachfolger Schönbohms sehen.

Die Lösung der Zukunftsaufgaben desLandes trauen 35 Prozent der Befragten der SPD, aber nur 17 Prozent der CDU zu. Noch schlechter schneidet mit sechs Prozent die Linkspartei/PDS ab. Die Länderfusion wird weiter von einer Mehrheit der Brandenburger abgelehnt: Allerdings ist die Zahl der Befürworter um fünf auf 44 Prozent gewachsen, die der Gegner um drei auf 48 Prozent geschrumpft. ma.

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