Umwelt-Ranking : Deutsche Autos nur auf hinteren Plätzen

Was den Umweltschutz betrifft, so fahren die deutschen Autohersteller der ausländischen Konkurrenz hinterher. In einem internationalen Vergleich belegten ausschließlich Marken aus Japan und Frankreich die Spitzenplätze, ihre Hypridautos sind das Maß der Dinge. Bei den Kompaktautos schnitten die Deutschen besser ab.

Toyota Prius Hybrid VCD-Ranking
Japanische Autobauer bleiben aus Umweltsicht das Maß der Dinge. An der Spitze: der Toyota Prius Hybrid. -Foto: dpa

BerlinUnter den umweltfreundlichsten Autos sind nach Angaben des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) keine deutschen Modelle auf den Spitzenplätzen vertreten. Auf den Plätzen eins bis drei der am Mittwoch vorgestellten VCD-Umweltliste landeten nur Autos japanischer und französischer Hersteller. Auf Platz eins liegt demnach der Toyota Prius, der mit einem Hybridmotor fährt.

Auf Platz zwei landete der Vorjahressieger, der Honda Civic Hybrid. Den dritten Platz teilen sich vier Fahrzeuge mit gleicher Punktzahl: Der Citroën C1 1.0 Advance 3-türig, der Daihatsu Cuore 1.0, der Peugeot 107 Petit Filou 70 und der Toyota AYGO 1.0. Erst auf Platz sieben folgt das einzige deutsche Auto auf der Top-Ten-Liste: der Smart Fortwo Coupé MHD/Cabrio.

Hohes Engagement

Besser als in der Gesamtwertung schnitten deutsche Wagen in der Kategorie "umweltfreundlichste Kompaktautos" ab: Hier dominierten Modelle deutscher Hersteller klar mit neun Nennungen in der Top-Ten, in der Kategorie Familienwagen waren es immerhin fünf deutsche Modelle. Auch beim Umweltengagement der Hersteller schlugen sich die Deutschen gut: An erster Stelle rangierte zwar auch hier der japanische Autobauer Toyota, auf Platz zwei folgte allerdings Daimler mit Smart, auf Platz drei BMW mit Mini. Volkswagen belegte den fünften Platz. Dies zeige, dass die deutschen Hersteller das Engagement für Umwelt- und Klimaschutz auch angesichts steigender Spritpreise immer ernster nähmen, erklärte der VCD.

Für seinen Autovergleich wertete der VCD den Verbrauch sowie Schadstoff- und Lärmwerte der Wagen aus. Insgesamt erhalten 80 der 350 untersuchten aktuellen Modelle eine positive Umweltempfehlung vom VCD. "Die aktuelle VCD-Auto-Umweltliste zeigt, dass viele Fahrzeuge auf dem Markt sind, die einen akzeptablen Verbrauch haben und bei Lärm und Schadstoffen gut abschneiden", erklärte VCD-Bundesvorstandsmitglied Hermann-Josef Vogt.

Verbrauchsarme Autos lohnen sich

Damit hätten Autokäufer die Wahl, wenn sie umweltschonend und sparsam unterwegs sein wollten. Angesichts der zuletzt stark gestiegenen Preise für Benzin und Diesel lohne sich Umweltschutz durch verbrauchsarme Autos somit auch immer mehr fürs Portemonnaie der Verbraucher.

An die Politik appellierte der verkehrspolitische Sprecher und Auto-Experte des VCD, Gerd Lottsiepen, konsequent weiter den Schadstoffausstoß von Autos zu beschränken. Bisherige Regelungen hätten bereits vor allem in den Städten zu nachlassender Umweltbelastung geführt. Nun müsse die Politik weiter für "ambitionierte CO2- und Verbrauchslimits von Neuwagen" kämpfen, forderte er.

Warnung vor EU-Plänen

Mit Blick auf entsprechende Pläne der Europäischen Union warnte er, falls es den "Autoherstellern gemeinsam mit der Bundesregierung" gelinge, den geplanten CO2-Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer "zu verwässern oder oder um weitere Jahre zu verzögern, werden wir alle zur Kasse gebeten". Dies betreffe Verbraucher nicht nur durch die Folgen des Klimawandels, "sondern auch ganz direkt an der Tankstelle", hob er hervor.

Von den mehr als 350 getesteten Autos erhielten 80 Fabrikate eine positive Umweltempfehlung des VCD. "Wenn ein Auto, dann so eins." Neben japanischen Fabrikaten landeten auch drei französische unter den besten zehn. Bestes deutsches Auto wurde der Zweisitzer smart fortwo coupé mhd aus dem Hause Daimler, dessen Motor sich automatisch abstellt, solange der Fahrer anhält. (pb/AFP)