Umwelt-Test : Giftiges Spielzeug im Sandkasten

Fast die Hälfte aller Kinderspielzeuge für draußen sind bei einem Test durchgefallen. Einige der Utensilien für Kleinkinder enthielten sogar krebserregende Stoffe.

Spielzeug Kleinkind
Der Feind im Sandkasten: Gerade Spielzeug für Kleinkinder ist oft mit Giftstoffen belastet. -Foto: ddp

Frankfurt/MainFast jedes zweite Kinderspielzeug für draußen ist einem Test zufolge mit Schadstoffen belastet. Bei einer Untersuchung der Zeitschrift "Ökotest" wurden zehn von 21 Freiluft-Spielzeugen mit mangelhaft oder ungenügend bewertet. Neun dieser Produkte enthielten unter anderem polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die keinem gesetzlichen Grenzwert unterliegen. Insgesamt veröffentlicht das Blatt in seiner Oktober-Ausgabe die Testergebnisse von rund 130 Spielzeugprodukten aus den vergangenen zwei Jahren.

Beim Test von Krabbeldecken etwa enthielten drei Produkte den Farbstoffbestandteil aromatische Amine, aber nur eine Decke durfte nicht verkauft werden, weil sie den Grenzwert von 30 Milligramm pro Kilogramm überschritt. Allerdings stamme dieser Grenzwert aus einer Zeit, als weniger als 30 mg nicht sicher nachzuweisen waren, berichtete die Zeitschrift weiter. Auch vier von zwölf Handspielpuppen enthielten aromatische Amine. Weil die Farbstoffbestandteile Krebs erregen können, hätten die Puppen laut "Ökotest" nicht verkauft werden dürfen.

Auf Prüfsiegel achten

"Ökotest" empfiehlt Verbrauchern den Kauf "einfacher Klassiker", da diese meistens weniger mit Schadstoffen belastet seien als aufwendiges Spielzeug. Zudem bieten die Prüfsiegel "GS" und "TÜV-Proof" der Zeitschrift zufolge eine gewisse Orientierung für gute Produkte. Bei Kunststoffspielzeug sollte auf den Vermerk "PVC-frei" oder "Phthalat-frei" geachtet werden. Lackiertes Spielzeug sollte speichelecht und entsprechend mit der DIN 53160 gekennzeichnet sein.

Unter anderem die US-Firma Mattel hatte in diesem Jahr mehrmals Spielzeug zurückrufen müssen, das zum Teil in China hergestellt wurde. Als Probleme hatte der Konzern einen zu hohen Bleigehalt in der Farbe oder lose Magneten festgestellt. (mit AFP)