Der Tagesspiegel : Umweltzone: Plakettenkauf wird einfacher Bestellungen über Hotels und per Internet geplant

Stefan Jacobs

Berlin - Die Plaketten zum Befahren der Umweltzone sollen bald auf zusätzlichen Wegen gekauft werden können: Zum einen erarbeitet die Umweltverwaltung nach eigener Auskunft gemeinsam mit der Berlin Tourismus Marketing eine Prozedur, die Hoteliers und möglicherweise auch Gastwirten den Vorabkauf von Plaketten für ihre Gäste ermöglichen soll. Die Einzelheiten sind noch nicht geklärt. Für Normalbürger soll es diese Möglichkeit jedoch nicht geben.

Allerdings prüft die Verwaltung, ob eine allgemein zugängliche Bestellmöglichkeit für die Plaketten per Internet eingerichtet werden kann. Während das in Stuttgart – wo eine Umweltzone zum März 2008 eingerichtet wird – online mit Kreditkartennummer oder Einzugsermächtigung möglich ist, verschicken die beiden Berliner Zulassungsstellen die Plaketten bisher nur gegen Verrechnungscheck. Das Charlottenburger Unternehmen Climate Company hat sich nach Auskunft einer Firmensprecherin bereits bei der Umweltverwaltung gemeldet, um auf seinen Internet-Service aufmerksam zu machen: Unter www.umwelt-plakette.de können bei dem Unternehmen gegen Kopie der Zulassung die Plaketten online bestellt werden. Allerdings kosten sie hier mindestens 9,90 Euro, während Werkstätten, Tüv und Dekra bundesweit meist nur 5 bis 6 Euro verlangen.

In einer Aktuellen Stunde des Abgeordnetenhauses zur Umweltzone am Donnerstag kritisierten alle drei Oppositionsfraktionen die Vorbereitung durch die Verwaltung. Für den rot-roten Senat steht der Termin zum Januar 2008 allerdings fest. Dann müssen alle Autos und Lkw – auch auswärtige – eine Plakette oder eine vom Bezirksamt erteilte Einzelausnahme haben, wenn sie innerhalb des S-Bahn-Rings fahren. Sonst sind 40 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg fällig.

Während die FDP die Umweltzone ablehnt und das Feinstaubproblem mit mehr Straßengrün bekämpfen will, geht den Grünen die Regelung nicht weit genug. Für Rot-Rot ist sie ausgewogen, weil zunächst nur rund sieben Prozent der Fahrzeuge ausgesperrt würden, die aber wegen ihrer schlechten Abgasstandards bis zu 30 Prozent der Schadstoffe des Berliner Verkehrs ausstießen. Stefan Jacobs

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