UN-Resolution : Fronten im Kosovo-Streit verhärtet

Die für heute angesetzten Beratungen über einen Resolutionsentwurf westlicher Staaten für den künftigen Status der serbischen Provinz Kosovo wurden vertagt. US-Außenministerin Condoleezza Rice sprach sich für "ein unabhängiges Kosovo" aus.

New York Im Streit um den künftigen Status der serbischen Provinz Kosovo sind die Fronten weiter verhärtet. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte auf dem Flug in die portugiesische Hauptstadt Lissabon, "es muss ein unabhängiges Kosovo geben". Belgrad sei damit "absolut nicht einverstanden", erwiderte Serbiens Außenminister Vuk Jeremic.

Die ursprünglich für heute geplanten Beratungen über einen Resolutionsentwurf westlicher Staaten für die von der Uno verwaltete Provinz wurde auf Freitag verschoben. Dann solle sich zeigen, wo die Vetomacht Russland stehe, sagte der UN-Botschafter der USA, Zalmay Khalilzad. Die Unabhängigkeit des Kosovo werde "auf die ein oder andere Weise" kommen, sagte Rice. Der serbische Chefdiplomat Jeremic bekräftigte in Lissabon die Haltung seiner Regierung: "Kein Land ist bereit, seine territoriale Integrität aufzugeben."

Beratungen vertagt

Serbiens Parlamentspräsident Oliver Dulic sagte bei einem Kurzbesuch in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana, die gegenwärtige Struktur der Provinz gründe auf einer UN-Resolution. Deshalb dürfe das Thema nicht der Kosovo-Kontaktgruppe übertragen werden, der die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland angehören. Die Beratungen über den neuen Resolutionsentwurf von den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Belgien seien auf Freitag um 11Uhr Ortszeit (17 Uhr MESZ) verschoben worden, sagte US-Botschafter Khalilzad in New York vor Journalisten.

Nachdem geklärt worden sei, "wo Russland steht", würden die Autoren der Resolution ihren nächsten Schritt ankündigen. So muss entschieden werden, ob der Entwurf dem UN-Sicherheitsrat zur Abstimmung vorgelegt wird. Der UN-Beauftragte Martti Ahtisaari hatte zunächst eine "überwachte Unabhängigkeit" vorgeschlagen. Nach dem Nein Russlands fügten die westlichen Staaten eine weitere Verhandlungsperiode zwischen Serbien und den Kosovo-Albanern von 120 Tagen in ihren Resolutionsentwurf ein.

Serbien und Russland fürchten dennoch eine "Automatik" beim Übergang zur Unabhängigkeit. Serbien sieht im Kosovo die Wiege seiner Kultur. Die zu 90 Prozent von ethnischen Albanern bewohnte Provinz steht seit 1999 unter UN-Verwaltung. Damals hatte eine Reihe von Luftangriffen der Nato gegen Serbien eine blutige Unterdrückungskampagne der serbischen Behörden gegen die albanische Bevölkerung der Provinz beendet. (mit AFP)